Mannheimer Morgen:
Eishockey: Adler atmen nach Zittersieg durch / Gesellschafter Daniel Hopp in Nordamerika
"Mehr als ein Puck im Spiel"
Von Thomas Schulz und Christian Rotter
Düsseldorf. Nach dem 5:4-Zittersieg bei der DEG brauchte Trainer Teal Fowler Zeit. Zeit, um durchzuschnaufen und sich den Schweiß von der Stirn zu wischen. "Wow", sagte der 39-Jährige knapp, lehnte sich zurück und war sichtlich erleichtert. Nur hauchdünn waren die Mannheimer Adler an einer historischen Blamage vorbei geschrammt.
Zehn Minuten und drei Sekunden vor Spielende führten die Blau-Weiß-Roten verdient, wenn auch zu hoch, mit 5:0. Doch als die Schlusssirene ertönte, schickten alle mitgereisten Fans Dankgebete zum Himmel, dass es nicht mehr zum durchaus möglichen 5:5 gekommen war. "So oft habe ich noch nie auf die Uhr geschaut", sagte Verteidiger Chris Schmidt, und Torhüter Freddy Brathwaite ergänzte: "Ich hatte das Gefühl, da war mehr als nur ein Puck im Spiel." Dem 37-Jährigen war es zu verdanken, dass die Adler Platz zehn verteidigten, der gerade eben noch zur Teilnahme an den Pre-Play-offs berechtigt.
Dass der Weg dorthin trotz der beiden nun errungenen Auswärtserfolge in den verbleibenden elf Spielen noch ein steiniger wird, machten die letzten 603 Sekunden von Düsseldorf deutlich. "Wir waren mehr als 40 Minuten die frischere Mannschaft. Daher bin ich schon enttäuscht, dass wir zum Schluss wieder zum passiven Eishockey zurückgekehrt sind und dazu Strafzeiten kassiert haben. Das geht gar nicht", sagte Fowler. Die Konkurrenz schläft nämlich nicht, wie das Iserlohner 3:1 in Frankfurt zeigte. "Dass wir nicht 60 Minuten konzentriert waren, hätten wir fast noch sehr teuer bezahlen müssen", sagte Abwehrspieler Sven Butenschön, und auch Schmidt wirkte ratlos: "Diese Nachlässigkeiten waren schon komisch. So wollten wir sicherlich nicht spielen."
Zwei Adler beim Olympia-Test
"Die Leistung war nicht optimal, aber wir haben die Punkte, die wir so dringend brauchen", sagte Schmidt, der wie sein Kollege Butenschön morgen (19.30 Uhr) beim letzten Olympia-Test der deutschen Nationalmannschaft gegen Lettland dabei ist und noch auf die Vancouver-Teilnahme hoffen darf.
Brathwaite blickte schon weiter. "Wir müssen nur irgendwie in diese Pre-Play-offs, dann kann alles passieren, was ja 2008 auch die DEG bewiesen hat, die als Tabellen-Neunter den Vorrunden-Primus Nürnberg rausgeworfen hat." Nach den Erkenntnissen von Düsseldorf weiß Fowler, was auf ihn zukommt: "Wir haben in den kommenden Wochen sehr viel Arbeit vor uns."
Ein Berg voll Arbeit liegt auch vor Daniel Hopp, schließlich gilt es, für die nächste Saison einen neuen Manager und Trainer zu finden. Seit Sonntag weilt der Gesellschafter in Nordamerika, wo er auch in Sachen Adler unterwegs ist. Ob ein Gespräch mit Andy Murray ebenfalls im Terminkalender steht? Der Kanadier gilt weiterhin neben dem Schweizer Nationaltrainer Ralph Krueger als aussichtsreicher Kandidat. Nach Informationen dieser Zeitung würde sich Murray gerne als "Felix Magath" der Adler installieren, sprich Trainer- u n d Managerposten übernehmen.


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