Rheinpfalz:
Betont nichtssagend
Kommentar von Oliver Wehner
Die Mannheimer Adler sind in der Deutschen Eishockey-Liga auf Kurs. Doch in der Trainerfrage tut sich offenbar nichts.
Weihnachten ist vorbei - für die gestern spielfreien Adler Mannheim war"s punktemäßig ein Freudenfest in der Deutschen Eishockey-Liga. Zwei ungefährdete, wenngleich unspektakuläre Heimsiege gegen Wolfsburg (4:2) und Kassel (4:1) schraubten die Erfolgsserie auf sieben Siege in Folge.
Alles rosarot also rund um die SAP-Arena? Sagen wir's so: Die Lage hat sich entspannt. Als „gefühlten Ersten" sieht Manager Marcus Kuhl die Adler in der Tabelle. Er weiß aber selbst, dass das Niveau der Liga gelitten hat - auch durch die finanzstarke Konkurrenz aus Osteuropa, die potenzielle Topstars aus Nordamerika vor dieser Saison abgegriffen hat. Es ist diesmal keine Floskel: Alle acht Teams, die im Frühjahr 2009 das Viertelfinale bestreiten werden, können Meister werden - weil es (noch) keine Übermannschaft gibt.
Betont offen - und somit wohl paradoxerweise entschieden - stellt Kuhl die Trainerfrage dar. Vor Wochen noch hieß es, Dave King solle sich bis Weihnachten entscheiden, ob er weitermachen wolle. Jetzt sagt Kuhl: „Wir warten zur Not bis April." Klare Bekenntnisse beider Seiten zueinander bleiben aus. King lobt etwas nichtssagend die gute Organisation in Mannheim, Kuhl und Klubchef Daniel Hopp attestieren dem Coach, das Team im Griff zu haben. Nettigkeiten. Alle ahnen: Für den anstehenden Kader-Umbruch ist der schon 61-Jährige wohl nicht (mehr) der richtige Mann.
Sicher: Kommen die Adler diesmal in den Play-offs weit (Finale), hat Defensiv-Taktiker King seinen Job sehr ordentlich erledigt. Klar ist aber auch: Gute, junge Trainer wachsen nicht auf Bäumen. Und Dauer-Wunschkandidat Sean Simpson steht in der Schweiz unter (einem hochdotierten) Vertrag.


Zitieren

Lesezeichen