Rheinpfalz:
Adler müssen nachsitzen
Eishockey: Mannheim schlägt Schlusslicht Straubing nach Penaltyschießen 4:3 - Starker Seidenberg
Von Oliver Wehner
Mannheim. Erst im Nachsitzen sicherten sich die Adler Mannheim gestern Abend zwei Punkte, bezwangen Liga-Schlusslicht Straubing Tigers nach Penaltyschießen 4:3 (1:2, 0:0, 2:1; 1:0).
Ja, so ist das, wenn nach drei Erfolgen hintereinander der Tabellenletzte nur eine Zwischenstation auf der langen Siegesserie werden soll. Die Adler wirkten im ersten Drittel wie ein Brezelhändler, der nach drei verkauften Mohnstangen seine Bude schließt und mit dem Schild versieht: „Wegen Reichtums geschlossen!" Am konzentriertesten wirkte der Tabellenzweite noch in einer Unterzahlsituation zu Beginn, die er abgesehen von einem Lattentreffer Bassens vor allem dank Felix Petermanns Aufräumarbeiten unbeschadet überstand. Aber danach machten die Gäste weiter das Spiel - und gingen durch Dustin Whitecotton sogar in Führung.
Bis zum Ausgleich hatten die Adler praktisch keine Torchance, und die Szene des 1:1 war eigentlich auch keine. Jame Pollock schoss in Überzahl, und der Yannic Seidenberg fälschte die Scheibe glücklich ins Tor ab. Hätte der Flügelstürmer kurz danach in erneuter Überzahl das 2:1 folgen lassen, wäre wohl alles glatt gelaufen. So aber der negative Höhepunkt aus Mannheimer Sicht: Krasser Trepanier-Fehler in der neutralen Zone, Eric Meloche auf und davon, gnadenloser Abschluss zum 1:2, ein Shorthander (Tor in Unterzahl), die Höchststrafe also. Nur gut, dass der fast kahlköpfige Trainer Doug Mason seinen Humor behalten hat: „Ich habe nur noch wenige Haare zum Haareraufen ..."
Noch eine Kostprobe gefällig? Über die Verspieltheit von Nathan Robinson sagt Mason: „Er hat eine schöne Frau. Ich möchte, dass er mit ihr verheiratet bleibt - und nicht mit der Scheibe." Gestern war"s fast Galgenhumor, denn nach guten Ansätzen am vergangenen Wochenende, als Robinson einfacher und auch erfolgreicher spielte, hielt er gestern den Puck oft wieder viel zu lange. Dass es anders (und besser) geht, bewies er bei seinem Treffer zum 3:2 (56.): satter Flachschuss.
Eine wieder kuriose Szene brachte zuvor den Ausgleich: Der glücklose Francois Methot bekam einen Schuss aufs Ohr, diesen Abpraller nutzte Seidenberg zu seinem zweiten Treffer (42.). Einigermaßen dämlich dann aber Hackerts Attacke gegen Torwart Bales - die Strafzeit nahm Schwung raus und bereitete sogar eine einminütige 3:5-Unterzahlsituation vor. Freddy Brathwaite aber hielt die Adler im Spiel. Die Freude über Robinsons 3:2 währte nur kurz, mit 3:3 ging"s in die auf beiden Seiten ereignisreiche, aber torlose Verlängerung. Im Penaltyschießen trafen Seidenberg und Forbes für die Adler, Brathwaite hielt fünf Schüsse.
So spielten sie
Adler Mannheim: Brathwaite - Pollock, Petermann; Trepanier, Schmidt; Reul, Butenschön; Scalzo - King, Forbes, Kink; Robinson, Methot, Seidenberg; Martinec, Beardsmore, Arendt; Mauer, Hackert
Tore: 0:1 Whitecotton (Bassen) 9.27, 1:1 Seidenberg (Pollock) 13.36, 1:2 Meloche 16.22, 2:2 Seidenberg (Methot) 41.41, 3:2 Robinson (Methot) 55.33, 3:3 Canzanello (Trew) 56.03, 4:3 Forbes/Penalty 65.00 - Strafminuten: 12 - 22 - Beste Spieler: Brathwaite, Scalzo, Seidenberg - Bales, Bassen - Zuschauer: 10.795 - Schiedsrichter: van Gameren (Berlin).


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