Die Rheinpfalz schreibt:
Wut und Verzweiflung
Eishockey: Adler liegen ausgerechnet vor Viertelfinal-Qualifikation am Boden
MANNHEIM (olw). Früher war alles besser in der Deutschen Eishockey-Liga! Wirklich? Vielleicht gerechter. Als nämlich an Pre-Play-offs noch niemand dachte, da gab"s für eine Mannschaft, die in der Punktrunde mehr Niederlagen als Siege eingefahren hatte, ganz frühe und ganz lange Sommerferien. Doch die Adler Mannheim (27 Siege, 29 Niederlagen) dürfen sich nun an diesen Strohhalm klammern.
2006 gab es diesen Rettungsring noch nicht. Die Adler schauten als Hauptrunden-Zehnter im Viertelfinale nur zu. Es ist nun jedem überlassen, ob er den aktuellen neunten Platz als unwesentlich besser, gleich schlecht oder angesichts des teuren Kaders noch desaströser als 2006 erachtet. Jedenfalls geht die Saison diesmal weiter: Ab morgen (19.30 Uhr) in der Viertelfinal-Qualifikation gegen die Augsburger Panther, die zunächst Heimrecht genießen.
Play-off-Form wollte Trainer Teal Fowler zuletzt fördern. Nach dem deprimierenden 4:6 von Iserlohn am Sonntag beginnt er nun nicht nur bei Null, sondern bei minus eins. „Langsamer Aufbau, sehr kompliziert, kaum Schüsse, defensiv katastrophal" - das vernichtende Urteil des Coaches, der noch am Sonntagabend zum Straftraining lud. Eine Maßnahme, die sowohl Wut, als auch als Verzweiflung erkennen lässt.
Dass er nach dem zweiten Drittel, als aus einer 3:0-Führung ein 3:4 wurde, den verlassenen und bedauernswerten Freddy Brathwaite nicht erlöste, erklärt Fowler fast schon zynisch so: „Vielleicht bin ich blöd. Aber ich dachte, wir haben noch eine Chance zu gewinnen. Ich hatte nicht aufgegeben." Mit dieser Einstellung war er im Sauerland ziemlich allein.
Ist das frühe Saisonende also nur aufgeschoben, ist am Sonntag oder gar Freitag schon Schluss? Als Favorit sieht Fowler sein Individualisten-Ensemble gegen Augsburg jedenfalls nicht. Jame Pollock kehrt ins Team zurück - als Heilsbringer taugt er nach einer bescheidenen Punktrunde jedenfalls auch nicht ...



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