Eishockey: Zum Auftakt des Heimspiel-Dreierpacks in der European Trophy empfangen die Adler den schwedischen Rekordmeister Djurgårdens IF Stockholm
Mammutprogramm mit großem Lerneffekt
Von unserem Redaktionsmitglied Christian Rotter
Mannheim. Nach der kräftezehrenden Nordeuropa-Reise hatte bei den Spielern der Mannheimer Adler das Lockern der müden Knochen oberste Priorität. Erst gestern gingen sie nach der Trockeneinheit tags zuvor wieder zum Training aufs Eis, denn nach dem Mammutprogramm ist vor dem Mammutprogramm.
Erneut stehen für die Blau-Weiß-Roten beim Vorbereitungsturnier um die European Trophy drei Spiele in vier Tagen an. Heute (19.30 Uhr) geht's gegen den schwedischen Eishockey-Rekordmeister Djurgårdens IF Stockholm, am Freitag (19.30 Uhr) gegen Linköpings HC und am Samstag (16 Uhr) gegen Färjestads BK (alle Partien in der SAP Arena).
Der Trip in den hohen Norden hatte sich für die Mannschaft von Trainer Harold Kreis allerdings gelohnt. "Wir haben viel gelernt", meinte Stürmer Ronny Arendt. "Die beiden finnischen Teams waren große Hausnummern. Bei unserer Niederlage im Penaltyschießen in Oslo haben wir uns selbst die Eier ins Nest gelegt", ließ er die Duelle mit Jokerit Helsinki (1:2), Vålerenga IF (2:3 n.P.) und IFK Helsinki (2:1) noch einmal Revue passieren.
Coach Kreis nutzte die ersten drei Testspiele auf internationalem Niveau dazu, der Mannschaft sein System einzuimpfen. In der Defensive setzt der 51-Jährige auf eine Zonenverteidigung - und nicht wie seine Vorgänger aufs Duell Mann gegen Mann. "Für uns Angreifer ändert sich kaum etwas, für die Abwehrspieler ist das aber schon eine Umstellung", sagt Arendt. Und Verteidiger Denis Reul, der mit dem System bereits bei den Jungadlern und während seines Nordamerika-Aufenthalts in Kontakt kam, erklärt: "Wir übergeben nun die gegnerischen Angreifer. Ich muss gut aufpassen, dass mir in meinem Rücken niemand entwischt."
Heute gegen Djurgårdens, wo der in Deutschland vor allem aus seiner Zeit in Köln und Düsseldorf bekannte Hardy Nilsson an der Bande steht, können die Mannheimer weiter an der Abstimmung feilen. "Ich erwarte gegen die schwedischen Teams ähnliche Begegnungen wie gegen die finnischen", sagt Manager Teal Fowler: "Die Spieler beider Länder sind läuferisch stark und sehr mobil. Wir müssen versuchen, mit unserer Kampfkraft dagegen zu halten."
Da bei der European Trophy nach den Regeln des Weltverbands IIHF gespielt wird, dürften die Adler heute ihre Stürmer Craig MacDonald und Nathan Robinson einsetzen, obwohl diese bei IFK Helsinki Spieldauerdisziplinarstrafen kassierten. Erst beim dritten Vergehen gleicher Art müssen die Spieler eine Partie zusehen. Vor allem Robinson wird daher wieder oft auf dem Eis stehen - auch in Unterzahl. "Unser Trainer will ihm damit das Gefühl für Verteidigungsarbeit vermitteln", erklärt Arendt, der schon von einem Endspiel um den Einzug ins Finalturnier gegen Berlin am 28. August in Heilbronn träumt. In dieser Saison sollen eben alle an einem Strang ziehen, um die selbst gesteckten Ziele zu erreichen.
Mannheimer Morgen
18. August 2010
Quelle: www.morgenweb.de


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