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Thema: Presse vom 1.9.10

  1. #1
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    Presse vom 1.9.10

    Rhein-Neckar-Zeitung:

    Mit neuer Hierarchie zum alten Erfolg?

    Harold Kreis soll den Adlern Struktur und System verleihen - Am Freitag kommt der EHC München zum Saisonstart


    Von Rainer Kundel

    Mannheim. Die Adler Mannheim starten am Freitag in die vierte Saison nach ihrer letzten deutschen Meisterschaft 2007. Schon die beiden Heimspiele am Wochenende gegen den EHC München (Freitag, 19.30 Uhr) und die Straubing Tigers (Sonntag, 18.30) werden einen ersten Eindruck vermitteln, ob die neue Philosophie des Klubs eine Zukunft hat.

    >Ausgangslage & Erwartungen: Mit Harold Kreis ein neuer Trainer, der seinen Assistenten Mike Schmidt aus Düsseldorf mitbrachte, mit der bisherigen ,,Feuerwehr" Teal Fowler als neuem Team Manager und dem langjährigen Sport Manager Marcus Kuhl mit neuen, eher repräsentativen Aufgaben als Sportdirektor im Hintergrund gehen die Adler neu auf gestellt in die Saison. Nur mit sechs ,,echten" Neuzugängen, aber mit fünf ehemaligen Jungadlern, dafür jedoch elf Abgängen, soll eine neue Philosophie und Hierarchie im Team aufgebaut werden. ,,Wir mussten Platz schaffen für Talente", so Teal Fowler. Auch so lassen sich fünf Vertragsauflösungen begründen. ,,Wir glauben, dass die Mischung stimmt", blickt Fowler nach vorläufigem Abschluss der Transfers auf den neuen Kader mit acht Spielern über 30, aber auch acht Spielern unter 23 Jahren.

    >Tests & Tore: Die Spiele um die European Trophy waren das anspruchsvollste, was in Mitteleuropa als Vorbereitung möglich ist. ,,Wir wurden mental und physisch gefordert und wissen jetzt, an was wir noch arbeiten müssen", war Harold Kreis von den Gegnern angetan und nahm dafür bewusst weniger Trainingseinheiten in Kauf. Nach den ansprechenden Heim Vorstellungen gegen schwedische Teams meinte ein hiesiger Lokalredakteur, der weniger von Berufs wegen denn als Fan die Auftritte der Adler verfolgt: ,,Das sieht ja wieder nach Eishockey aus..."

    >Torhüter: Fred Brathwaite bleibt auch in seinem dritten Jahr eine Bank. Aber dem bald 38 jährigen Goalie könnte die eine oder andere Verschnaufpause gut tun. Mit Lukas Lang (24) steht ein zweiter Mann parat, der bedenkenlos zwischen die Pfosten gehen kann. Selten hatte der Klub einen stabileren zweiten Mann. Lang ist der Sohn des früheren tschechischen Weltklasse Torhüters Karel Lang.

    >Verteidiger: Defensiv wird sich der einstige Verteidiger Harold Kreis bei dem einen oder anderen seiner Nachfahren mehr Konsequenz wünschen, aber die neu eingeführte Zonen Defensive braucht noch etwas Zeit der Systemumstellung. Neuzugang Robert Dietrich (24) ist ein Gewinn. Er soll für den Beginn einer Epoche stehen, die jüngeren deutschen Spielern - auch als Rückkehrer aus Nordamerika - den Wechsel zu den Blau Weiß Roten schmackhaft machen soll. Die schwere Verletzung von Routinier Butenschön (Kreuzbandriss) muss aufgefangen werden. Zunächst soll Rückkehrer David Cespiva (24) die Lücke füllen.

    >Stürmer: Hier sind die Reihen nicht mehr so talentiert und üppig wie in den Vorjahren besetzt. ,,Wir erwarten von unseren Ausländern eine Steigerung, sie haben mehr Eiszeit gefordert, nun können sie ihren Wert für die Mannschaft zeigen", kommentiert Teal Fowler die Zusammensetzung der Angreifer. Ob eine vierte Reihe mit 18 bis 20 jährigen ehemaligen Jungadlern zukunftsfähig ist und welche Spielanteile sie erhält, muss sich noch zeigen, wenn die Spiele eng werden und die Mannschaft unter Druck steht. In seiner zweijährigen Zeit als Trainer in Düsseldorf fiel Kreis nicht gerade als Nachwuchsförderer auf, mangels Talenten und unter Erfolgsdruck ließ er zumeist nur mit drei Reihen spielen. An der neuen Rolle von ,,Künstler" Nathan Robinson, der sich auch als Unterzahlspieler ins Team einbringen muss, werden aber die Vorstellungen von Harold Kreis deutlich. ,,Wir haben derart oft Unterzahl gespielt, da wäre er ja kalt geworden", beschrieb Fowler das Mehr an Eiszeit für ,,Robo", der in der Mannschaft zuletzt als Egoist aneckte und einen zweiten Puck brauchte, um seinen Spieltrieb auszuleben. ,,Ich bin nicht für den ständigen Wechsel, die Reihen werden bleiben wie in den Testspielen", kündigt Kreis feste Formationen an. Mit dem zuletzt aus Kassel verpflichteten Nationalspieler Manuel Klinge (26) hat der Klub eine weitere Option im Überzahlspiel.

    >Trainer & Umfeld: Als sich Gesellschafter Daniel Hopp nach dem Fehlgriff Doug Mason wieder einmal mit dem Thema neuer Trainer beschäftigen musste, war ihm klar. ,,Keine Frage, der nächste Schuss muss sitzen." Da blieb nur noch Harold Kreis übrig. Die Erwartungen an ihn sind hoch. Er steht für akribisches und seriöses Arbeiten, hat dem Team Struktur verliehen und steht für eine straffe Teamführung.

    >Fazit & Prognose: Die Adler werden ihre Schwächen ratierlich abbauen, reihen sich mit vier, fünf weiteren Klubs ins Verfolgerfeld der Titelfavoriten Eisbären Berlin und ERC Ingolstadt ein. Vorrundenplatz vier bis sechs sowie das Halbfinale sind maximal erreichbar.
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  2. #2
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    Rhein-Neckar-Zeitung:

    Der Kreis schließt sich

    Schweizer-Meistermacher wagt sich auf Mannheimer Glatteis


    Von Rainer Kundel

    Mannheim. Der Name Harold Kreis ist mit dem Mannheimer Eishockey mindestens so verbunden wie der Wasserturm mit dem Stadtbild. Deshalb wird ,,Harry" als Mannheimer Eishockey Idol bezeichnet, wenngleich er nur widerwillig auf einen Sockel stieg, um sich nach dem Titel 1997 und dem Ende seiner aktiven Laufbahn quasi als ,,Denkmal" ablichten zu lassen. Doch Harold Kreis ist mehr als nur ein ehemaliger Crack des MERC und der Adler mit 180 Länderspielen. Er ist ein überaus verlässlicher und rückblickend betrachtet ein vereinstreuer Mensch mit vielerlei Interessen und Bildung weit über den Pucksport hinaus. Als der neue Adler Trainer 1978 als junger Mann von 19 Jahren und Sohn aus Hannover stammender Eltern zusammen mit fünf weiteren Deutsch Kanadiern aus Übersee in der Kurpfalz ankam, war er noch ein schmächtiges Bürschchen und orientierte sich sportlich erfolgreich am damaligen Star Verteidiger Brent Meeke. Schnell wuchs Kreis selbst zum Leistungsträger und war als bester deutscher Verteidiger neben Udo Kießling auf dem Spielermarkt der 80er Jahre ein gefragter Mann. Da der MERC im Vergleich mit hoch gesponserten Klubs wie Köln, die DEG oder Rosenheim nicht mehr mithalten konnte, schien der Weggang des Kapitäns nur eine Frage der Zeit. So ist auch eine Geschichte überliefert, die sich im Profisport wohl kein zweites Mal zugetragen hat. Als die DEG mitten in der Saison 85/86 die sportliche Misere des MERC und Amtsmüdigkeit von Präsident Helmut Müller ausnutzen wollte und Kreis ein verlockendes Angebot machte, setzte sich der Verteidiger auf dem Höhepunkt seiner Karriere in den Zug und fuhr zu Verhandlungen an die Brehmstraße. Von Zweifeln geplagt kehrte er aber auf halber Strecke zurück und blieb bis zum Ende seiner Laufbahn in seiner zweiten Heimat. Was sich auf stolze 19 Spielzeiten summierte, ein heute kaum noch denkbares Zeichen an Vereinstreue. Gekrönt, wenn auch spät, von der 1997er Meisterschaft, wo Kreis die Schale überreicht bekam obwohl Pavel Gross Kapitän war. Unvergessen auch die Szene, als es drei Sekunden vor Schluss des dritten Finalspiels gegen Kassel nach dem 4:2 nochmals Mittelbully gab und Dave Tomlinson seinem Gegenspieler Bruce Eakin befahl: ,,Die Scheibe geht an den Dreier da hinten." Somit war Kreis bei der Schluss Sirene im Besitz des Pucks, was er zwar selbst erst später realisierte, aber für die Augenzeugen jenes 11. April 1997 bleibt diese Szene unvergessen. Es war der zweite Titel für die ,,Ewige Nummer 3", nachdem bereits das zweite Jahr in Deutschland von Meisterehren geprägt war. Seither wird die Rückennummer drei nicht mehr vergeben, das Trikot hängt neben anderen unterm Hallendach der SAP Arena. Harold Kreis, geprägt von Ladislav Olejnik und Lance Nethery, hat seine Trainerlaufbahn strategisch wie kaum ein Zweiter geplant. Er hospitierte zunächst als Assistenztrainer, widmete sich der Nachwuchsausbildung im ,,Paradies Schweiz", bevor er eine Stelle als Cheftrainer annahm. Gestählt von der Schweizer Medienlandschaft ist der 51 Jährige inzwischen auch mit allen Facetten der Öffentlichkeitsarbeit vertraut. Aber selbst ohne das Trainergeschäft wäre für den zweifachen Vater (Tochter Victoria 24, Pädagogik Studentin, Sohn Christopher 19, Azubi bei MVV) ein Auskommen möglich. Als Familienvater blickte Kreis schon immer über den Tellerrand hinaus. Noch während seiner aktiven Zeit hat er zwei Ausbildungen erfolgreich beendet: Zum Groß und Außenhandelskaufmann bei einer internationalen Spedition und als Trainee bei Mercedes Benz und damit wichtige Erfahrungen fürs Leben gesammelt, die ihm im Trainergeschäft heute zugute kommen: Menschenkenntnis, eine klare Ansprache, offen und ehrlich. Und wer weiß, wie seine Trainerkarriere verlaufen wäre, hätte Kreis nicht schon bei seiner ersten Stelle in der Schweiz Geschichte geschrieben. Der HC Lugano lag nach Spielen mit 0:3 im Playoff im Tessiner Derby gegen Ambri in Rücklage. Als Kreis in Chur den Anruf erreichte schlief er eine Nacht darüber, bevor er zusagte. Die Serie kippte mit vier Siegen für den Favoriten, drei Wochen später war Lugano Schweizer Meister!
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  3. #3
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    Rhein-Neckar-Zeitung:

    Geduld gefragt

    R.K. Die Adler Mannheim haben nach ihrer ersten in der SAP Arena errungenen Meisterschaft 2007 viel Kapital und noch mehr die Gunst ihrer Anhänger verspielt. Trotz idealer wirtschaftlicher Voraussetzungen wurde nichts aufgebaut. Erst unter dem Druck der missratenen letzten Saison hat sich sowohl bei der sportlichen Verantwortung als auch beim Konzept etwas verändert. Wobei abgewartet werden muss, ob die neuen Strukturen auch nachhaltig wirken. Dazu müssen intern - anders als bisher - im Erfolgsfall die Neider zurückstecken und im Falle von Fehlentwicklungen die Verantwortung nicht anonymisiert werden. Nur wenn Harold Kreis vorbehaltlose Rückendeckung erhält, und die neue Rolle von Sportdirektor Marcus Kuhl im Hintergrund definiert werden kann, wird der Neuaufbau gelingen. Immer noch trägt der Kader Altlasten mit sich herum. Der Anfang scheint gemacht, aber man tut gut daran, trotz erster Lichtblicke das Anspruchsprofil nicht zu hoch zu hängen. Noch zu gut sind die Kampfansagen an die Berliner Eisbären in Erinnerung. Um die Qualität im Quadrat wieder herzustellen und die Marke Adler Mannheim zum eigenen Anspruch aus der Jahrtausendwende (,,Tradition, Stolz, Leidenschaft") zu führen, bedarf es auch Kreativität bei den Transfers und Geduld. Wenn es Kreis nicht schaffen sollte, den Klub in diese Richtung zurück zu führen, werden die Adler als ,,untrainierbar" gelten.
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  4. #4
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    Rhein-Neckar-Zeitung:

    Geheimtipp Ingolstadt

    Hamburg und Köln erneuert


    R.K. Wenige Neuerungen, aber immer noch nicht den Durchbruch zu einem von Fans und Öffentlichkeit geforderten überschaubaren Modus, bringt die 17. Spielzeit der Deutschen Eishockey Liga (DEL) mit sich.

    >Transfers: Große Namen blieben aus. Die Mehrzahl der Klubs kann sich spektakuläre Zugänge nicht leisten und jene, die es könnten (Berlin, Mannheim) verfolgten nach missratenen Spielzeiten eine andere Strategie. ,,Transfermeister" sind die Hamburg Freezers, wo der neuverpflichtete Trainer und Manager Stephanè Richer gleich 18 neue Cracks unter Vertrag nahm und vom Kader des Vorletzten nur vier Spieler behielt. Es folgen die Kölner Haie (15 Zugänge), weil Bill Stewart trotz Sparkurs ein Team nach seinen Vorstellungen zusammenstellte und kräftig ausmistete. Die Augsburger Panther als klassischer Aufbauklub reagierte mit 14 Neuen wie immer auf die finanziell bedingte Abwanderungswelle ihrer Leistungsträger. Das Gegenbeispiel bilden Meister Hannover mit zwei und Krefeld mit drei Zugängen. ,,Am effektivsten hat sich Ingolstadt verstärkt", schätzt Harold Kreis die Donaustädter als Titelfavorit zusammen mit den Berliner Eisbären ein.

    >Trainer: Neun Klubs arbeiten mit den bisherigen Übungsleitern weiter, fünf wechselten den Trainer, darunter Meister Hannover, wo Toni Krinner (43/bisher Wolfsburg) die Nachfolge des in den Ruhestand gewechselten Hans Zach (61) antrat. Mit Dean Fedorchuk (Kassel) und Pat Cortina (München) sind nur zwei neue Gesichter in der Liga vertreten.

    >Modus: Nach der Insolvenz der Frankfurt Lions wird aufgrund der erst in der letzten Woche bestätigten Lizenzverweigerung der Kassel Huskies der veröffentlichte Spielplan beibehalten. Einzelne Verlegungen spielfreier Mannschaften sind möglich. Mit Aufsteiger München sind noch 14 Teams in der höchsten Eishockey Spielklasse vertreten. Die Vorrunde startet als Doppelrunde am Freitag und endet am 13. März. Daran schließt sich die Playoff Runde im Modus best of five an. Der Meister steht spätestens in der dritten April Woche fest.

    >Fernsehen: Weiterhin liegen die Exklusiv Rechte beim Bezahlsender Sky, der wöchentlich zwei Spiele überträgt (neue Zeiten: Freitag, 20.20 Uhr, Sonntag, 19.05 Uhr). Die Zweitverwertungsrechte liegen bei ARD/ZDF, die davon jedoch seit vielen Jahren keinen Gebrauch machen. Auf bis zu fünf Live Spiele hat Eurosport Zugriff, wobei sich bei Übertragungen des Spartensenders die beteiligten Klubs bisher an den Produktionskosten beteiligen mussten.

    >Regeländerungen: Nach einer Spieldauer Disziplinarstrafe muss der Übeltäter zwar sofort in die Kabine, eine Spielsperre erfolgt jedoch erst nach dem zweiten Vergehen der gleichen Art. Die Spielzeituhr läuft in Anpassung an den internationalen Standard rückwärts, es wird jeweils die Restspielzeit angezeigt.
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  5. #5
    Forward Avatar von Patrick269
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    viele interessante Aritkel zur neuen Saison...

    http://www.morgenweb.de/nachrichten/...age/index.html

  6. #6
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    Zitat Zitat von Paige Beitrag anzeigen
    [...] An der neuen Rolle von ,,Künstler" Nathan Robinson, der sich auch als Unterzahlspieler ins Team einbringen muss, werden aber die Vorstellungen von Harold Kreis deutlich. ,,Wir haben derart oft Unterzahl gespielt, da wäre er ja kalt geworden", beschrieb Fowler das Mehr an Eiszeit für ,,Robo", der in der Mannschaft zuletzt als Egoist aneckte und einen zweiten Puck brauchte, um seinen Spieltrieb auszuleben. [...]
    Auf wann bezieht sich zuletzt? Ich hoffe doch auf die letzte Saison, oder?
    “Winning is not a sometime thing, it is an all the time thing. You don’t do things right once in a while…you do them right all the time.” - Vince Lombardi

  7. #7
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    Zitat Zitat von Paige Beitrag anzeigen

    Regeländerungen: Nach einer Spieldauer Disziplinarstrafe muss der Übeltäter zwar sofort in die Kabine, eine Spielsperre erfolgt jedoch erst nach dem zweiten Vergehen der gleichen Art.
    Klugscheissmodus an: das ist falsch. Nach der dritten Spieldauer gibts erst die Sperre, in den Playoffs nach zwei.

  8. #8
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    Im letzten Bericht heisst es,dass "zwei neue Trainer in der DEL sind...u.a. Dean Fedorchuk (Kassel)"... bei einem neuen Bericht wäre das wohl nicht aufgetaucht. Tipp mal stark das die also in der Schublade lagen, schon fertig geschrieben und lediglich ein wenig abgeändert/ergänzt wurden z.b.Insolvenz von Kassel...
    Anders kann ich mir nicht erklären, wieso in ein und dem selben Bericht gesagt wird das Kassel nichtmehr in der DEL ist, aber dann der Trainer als neues Gesicht genannt wird.
    Auch wenn ich Paige für das einstellen der Berichte danke, und auch R. Kundel dafür, das er sie fürs Forum bereit stellt bzw. erlaubt diese hier zu veröffentlichen. Natürlich sind die Berichte gut und auch informativ, dennoch ist mir das ein wenig "negativ" aufgefallen. Dazu würde auch die Textpassage von Robinson passen...

  9. #9
    bricht ice Avatar von icebrecher
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    Sonderbeilage des MM vom 1.9.2010 zum Saisonstart der Adler

    Mannheimer Morgen

    Der neue Trainer Harold Kreis, der sich als Spieler in Mannheim unsterblich gemacht hat, soll bei den Adlern für Aufbruchstimmung sorgen.

    Mit einem Idol zurück in die Zukunft


    Das Foto steht für eine glorreiche Ära. Klar, dass es auch das Programmheft seines Abschiedsspiels am 7. Februar 1998 zierte: Harold Kreis posiert auf einem Sockel am Wasserturm. Der damals 39-Jährige trägt das 1997er-Meistertrikot, hat sich den Helm unter den Arm geklemmt und lehnt lässig auf seinem Schläger. "Harry war über die Jahre hinweg zu einem Star geworden. Das Bild sollte symbolisieren, welchen Stellenwert er für die Mannheimer Eishockeyszene hatte", erinnert sich Fotograf Bernhard Kunz, Chef der Mutterstädter Agentur Delta, noch gut an die Aufnahme.

    Harold, den in Mannheim alle nur Harry nennen, winkt lachend ab, wenn er auf dieses Bild angesprochen wird. "Bernhard hat mit Engelszungen auf mich eingeredet. Er wollte mich als Mannheimer Urgestein mit dieser Pose in Szene setzen", sagt Kreis, mehr als zwölf Jahre danach. Und der in Winnipeg geborene Deutsch-Kanadier, der nicht als Sprücheklopfer bekannt ist, sondern Bescheidenheit als Zier trägt, ergänzt augenzwinkernd: "So hatten die Tauben einen Platz, an dem sie sich wohl fühlen konnten."

    Stadt und Region gefällt dem Trainer

    "Wohl fühlen" - mit diesen Worten beschreibt der 51-Jährige auch seine Beziehung zur Quadratestadt. "Die Region gefällt mir. Mannheim hat das Flair einer Großstadt, aber Orte der Ruhe und Entspannung sind auch nicht weit entfernt", betont der ehemalige Nationalspieler. "Früher war ich mit meinem Rennrad oft im Odenwald unterwegs. Auf der anderen Seite hast Du die Pfalz mit dem Weinbau. Was mich nach meiner Rückkehr am meisten überrascht hat, war die Verschönerung der Innenstadt mit ihrer Einkaufsmeile", sagt der Prototyp eines Kapitäns, der für den MERC und die Adler in 891 Bundesliga- und DEL-Partien seine Knochen hinhielt. Der bodenständige Harry verließ nie den Verein. 1997 wurde ein Märchen für ihn wahr, als sich mit der zweiten deutschen Meisterschaft nach 1980 für ihn der Kreis schloss.

    Der Mann, dessen Trikot mit der Rückennummer 3 unter dem Dach der SAP Arena hängt, sammelte als "Co" unter Meistercoach Lance Nethery erste Erfahrungen als Trainer. Später zog er aus, um in eigener Verantwortung Erfolge zu feiern. In der Schweiz gewann er zwei Titel (2006 mit dem HC Lugano, 2008 mit den ZSC Lions Zürich). Es folgte der Wechsel zurück nach Deutschland, zu den DEG Metro Stars nach Düsseldorf. Dann, im März 2010, wurden Gerüchte zur Gewissheit: Kreis würde zur neuen Saison dahin zurückkehren, wo er sich nach Meinung der Fans ein Denkmal gebaut hat - nach "Monnem".
    Kreis geht mit seiner Rückkehr auch ein Risiko ein

    Der Kreis schloss sich zum zweiten Mal. Harry weiß, dass er auch ein gewisses Risiko eingeht. "Ich habe mir hier als Spieler eine Reputation erarbeitet. Wenn man das so sieht, hätte ich Mannheim meiden müssen wie der Teufel das Weihwasser", sagt der Trainer und betont: "Ich bin nicht wegen der Nostalgie zurückgekehrt, sondern weil ich in einem hervorragenden Klub arbeiten kann, der in einer tollen Stadt mit eishockeybegeisterten Fans Erfolg haben möchte. Ich denke nur daran, was ich hier gewinnen kann - nicht daran, was ich verlieren könnte."

    Dennoch steht viel auf dem Spiel. Nach einer verheerenden Vorsaison soll Kreis dafür sorgen, dass die Adler wieder Luft unter ihre Schwingen bekommen - und er soll eine neue, alte Ära einläuten: ein Zeitalter, in dem junge, hoffnungsvolle Talente eine echte Chance erhalten - so wie die "jungen Wilden" Mitte der 90er. Die Hechts, Fesers oder Körbers heißen nun Plachta, El-Sayed und Ritter. Die Erfolge, die Kreis als Spieler in Mannheim feierte, muss er als Trainer erst noch erreichen. Harry stellt sich dieser Herkulesaufgabe - das Idol ist wieder da!
    Geändert von icebrecher (01-09-10 um 16:48 Uhr)

  10. #10
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    Manhheimer Morgen

    Der Adler-Trainer setzt auf eine Zonenverteidigung und schnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff

    Mehr Freiheit erfordert mehr Verantwortung


    Der ehemalige Eisbären-Meistercoach Pierre Pagé glaubte, den Heiligen Gral gefunden zu haben. "Eine Mischung aus tschechischer Finesse und schwedischer Disziplin ist die ideale Spielweise auf der größeren Eisfläche in Europa", betonte der heutige Trainer von Red Bull Salzburg. Mit seinem "Torpedo-System" holten die Berliner in den Jahren 2005 und 2006 den nationalen Titel. Im April dieses Jahres triumphierten die Hannover Scorpions - unter "Maurermeister" Hans Zach. "Spiele werden in der Verteidigung gewonnen", lautete das Motto des Tölzers.

    Wo steht Adler-Trainer Harold Kreis im Kampf der Systeme?

    "Ich stehe für schnelles Umschalten aus einer soliden Defensive. Ich will läuferisch und körperlich aggressives Eishockey sehen, mit dem man den Gegner unter Druck setzt", sagt der Coach. Doch was verbirgt sich konkret hinter dieser Aussage? Ein Rückblick auf die Heim-WM 2010 liefert interessante Aufschlüsse. Im Mai assistierte Kreis Bundestrainer Uwe Krupp. Der 51-Jährige war bei der Nationalmannschaft unter anderem für die Verteidigung zuständig - und das mit Erfolg. In neun Partien kassierte das DEB-Team nur 14 Gegentreffer (Schnitt: 1,55). Lohn war der Halbfinaleinzug nach einem 1:0-Sieg in Mannheim gegen die Schweiz. Kreis wurde als "der Mann hinter Krupp" bezeichnet.

    Zonenverteidigung benötigt viel Disziplin

    Kreis setzt auf eine Zonenverteidigung, bei der die gegnerischen Stürmer von den Verteidigern untereinander übergeben werden. Die Angreifer sollen möglichst weit außen gehalten werden, um so den Bereich vor dem Tor zu schützen. "Die Umstellung vom System Mann gegen Mann auf die Zone benötigt Zeit", betont Kreis, der das hochkarätig besetzte Vorbereitungsturnier um die European Trophy dazu nutzte, den Jungs seine Vorstellungen nahe zu bringen. "Bei der Zone wird kein verteidigender Spieler allein gelassen. Es ist immer jemand mitverantwortlich. Alles erinnert an das Abwehrsystem im Basketball", sagt der Deutsch-Kanadier und verdeutlicht: "Nach einem Gegentor kann niemand mehr die Schuld von sich weißen, indem er sagt: ,Ich habe meinen Mann doch gehabt'."

    "Um dieses System zu spielen, brauchst Du viel Disziplin. Harold Kreis kann das perfekt vermitteln", sagte Korbinian Holzer bei der WM, der bei der DEG und in der Nationalmannschaft unter Kreis spielte. Alle Anweisungen waren bei der WM in einem 20-seitigen "Playbook" festgehalten. "Ich habe etwas Input gegeben", sagt der Adler-Coach über das Werk, in dem das Verhalten je nach Spielsituation exakt festgehalten wurde. Krupp lobte jedenfalls Kreis' Arbeit: "Harry macht wirklich einen hervorragenden Job." Denis Reul, der die Zone schon bei den Jungadlern und während seiner zwei Jahre in Nordamerika spielte, meint: "Kommunikation ist das A und O."

    Schnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff besonders wichtig

    Spricht die Mannheimer Spielerlegende Kreis über die Offensive, fällt oft das Wort "speditiv", das in der Schweizer für "rasch" und "zügig" gebraucht wird. Das Umschalten von Abwehr auf Angriff - ein gutes Transition-Spiel - ist für Kreis wichtige Voraussetzung für Erfolg. Der englische Begriff Transition bezeichnet die schnelle Überbrückung der neutralen Zone. Dazu benötigt der Coach Spieler mit guter Auffassungsgabe. Die glaubt er, in Mannheim zu haben. "Ich will das läuferische Potenzial des Teams besser ausschöpfen", sagt Kreis.

    2009/2010 setzten die Adler meist auf das sogenannte "Left Wing Lock", bei dem dem linken Flügelstürmer eine wichtige defensive Rolle zukommt. Kreis wird das ändern. "Es gibt bei mir keinen vorherbestimmten Angreifer, der als Erster zurück sein muss. Die Spieler genießen mehr Freiheit - haben dadurch aber auch mehr Verantwortung", betont der 51-Jährige, für den diese Vorgabe auch für den Fall des Puckgewinns in der eigenen Zone gilt: "Jeder muss die Rolle eines Centers ausfüllen können." Ronny Arendt findet's gut: "Sobald wir über die rote Linie fahren, gibt es keine strikten Vorgaben mehr, sondern wir sollen unsere Kreativität entfalten."
    Geändert von icebrecher (01-09-10 um 16:51 Uhr)

  11. #11
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    Drei Siege in der Vorbereitung

    Neuer Weg macht Lust auf mehr


    Helsinki statt Düsseldorf, Stockholm statt Köln - zusammen mit den Eisbären Berlin sind die Adler in diesem Jahr in der Saisonvorbereitung einen anderen Weg gegangen als ihre DEL-Konkurrenz. Die beiden Ligakrösusse starteten bei der Premiere der European Trophy. Am Nachfolgeturnier der auf Skandinavien beschränkten Nordic Trophy nahmen 18 Teams teil.

    Zu den zwölf Mannschaften aus Schweden, Finnland und Norwegen wurden neben den deutschen Vertretern noch der HC Sparta Prag, der SC Bern und die ZSC Lions aus Zürich eingeladen. Red Bull Salzburg war als Gastgeber fürs Finalturnier (3. bis 5. September) gesetzt.

    25 000 Euro zahlte jeder Klub in einen Topf ein. Allein 100 000 Euro sichert sich am kommenden Sonntag der Sieger des mit 450 000 Euro dotierten Turniers. Während sich die Eisbären als Spitzenreiter der Capital Division souverän für die Endrunde qualifizierten, verpassten es die Adler als Siebter recht klar.

    Drei Siege, fünf Niederlagen

    Trainer Harold Kreis zog dennoch ein positives Fazit: "Die Spiele haben uns physisch und mental einiges abverlangt. Sie haben uns weitergebracht", sagte der 51-Jährige. Auch Manager Teal Fowler sprach von einer "optimalen Vorbereitung".

    Bei den Partien gegen Jokerit Helsinki (1:2), Vålerenga IF (2:3 n.P.), IFK Helsinki (2:1), Djurgårdens IF (3:0), Linköpings HC (4:5 n.P.), Färjestads BK (6:4), Sparta Prag (1:6) und Berlin (1:3) hatte Kreis schnell die richtigen Formationen gefunden. "Die Reihen haben ganz gut harmoniert und werden wohl auch zum Saisonauftakt gegen München so auflaufen", meinte der Coach. Da war die Verpflichtung von Manuel Klinge aber noch nicht perfekt.
    Geändert von icebrecher (01-09-10 um 16:51 Uhr)

  12. #12
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    Craig MacDonald

    Charakterkopf als Kindergarten-Cop

    Problem erkannt, Lösung gefunden? In der vergangenen Saison konnte man die Tore der Adler, die sie aus dem Gewühl heraus erzielten, an einer Hand abzählen. "Die Spieler müssen dahin gehen, wo es wehtut", forderte das Trainerteam immer wieder. Der Erfolg blieb überschaubar. Ein Typ, wie René Corbet, dessen Trikotnummer 20 in Mannheim nicht mehr vergeben wird, wurde schmerzlich vermisst.

    Doch in der kommenden Saison sollen sie wieder zu bewundern sein, diese Tore einer scheinbar aussterbenden Art, wenn ein Angreifer auch mal blaue Flecke riskiert und den Puck ins gegnerische Tor "arbeitet". Die Hoffnung trägt einen Namen: Craig MacDonald. "In Düsseldorf hat fast jedes seiner 21 Tore dem anderen geglichen. Craig geht vors Tor und verwertet die Abpraller - nicht schön, aber effektiv", sagt Co-Trainer Mike Schmidt.

    Liebling der Trainer

    Übungsleiter, die gut mit den Profis umgehen können, werden im englischsprachigen Raum als "Player's Coach" bezeichnet. Spieler wie MacDonald, die sich jeder Trainer ins eigene Team wünscht, müssten als "Coach's Player" tituliert werden. Der Kanadier wäre ein Paradebeispiel dafür, betonen jedenfalls Harry Kreis und Schmidt unisono. "Craig zeigt jeden Tag, dass er ein Vollprofi ist. Er ist eine starke Persönlichkeit auf dem Eis und in der Kabine. Unsere jungen Talente können sich bei ihm einiges abschauen", charakterisiert Kreis den Teamspieler, "der sein Ego hintenanstellt."

    Während Manager Teal Fowler hofft, einen Charakterspieler wie Jeff Shantz gefunden zu haben, ist sich Schmidt bereits sicher, dass die Adler das geschafft haben: "Craig liebt Eishockey und ist leicht zu trainieren. Er ist ein positiver Typ, der die seltene Fähigkeit besitzt, seine Mitspieler besser zu machen."

    Trotz dieser positiven Bewertung hat MacDonald den Durchbruch in der NHL nie geschafft. In der besten Eishockey-Liga der Welt brachte er es auf 240 Spiele - für sieben verschiedene Klubs. Mangelnde Einstellung konnte man ihm nicht vorwerfen. Als er in der Saison 2007/08 bei den Tampa Bay Lightning Fuß zu fassen schien - er absolvierte in dieser Spielzeit 65 Partien für den Klub aus Florida -, ließ er sich auch von einem schmerzhaften Unfall auf dem Eis nicht aufhalten. Er verlor auf einen Schlag zehn Zähne, als ihn ein Puck mit voller Wucht traf. Seine aufgeplatzte Zunge musste mit fast 30 Stichen genäht werden, dennoch setzte MacDonald nur ein Spiel aus. "Das war schon eine sehr schmerzhafte Erfahrung für mich. Ich habe sehr viel Zeit beim Zahnarzt verbracht", sagt der 33-Jährige, der schon wieder über dieses Missgeschick lachen kann.

    2009 nach Düsseldorf

    Doch der aufopferungsvolle Einsatz blieb ohne Lohn. MacDonald wurde zu den Columbus Blue Jackets abgegeben, lief dort aber fast nur für das Farmteam Syracuse Crunch auf. Pech für den Center, Glück für die DEL. MacDonald packte nach diesen Rückschlägen seine sieben Sachen und heuerte zur Saison 2009/2010 in Düsseldorf an. Dort lernte er die Arbeit von Harry Kreis schätzen. "Ich respektiere ihn als Trainer und als Person. Genau wie ich, will auch der Coach immer gewinnen. Er holt das Beste aus den Spielern heraus", sagt MacDonald. So war es kein Wunder, dass der Kanadier seinem Trainer nach dessen Rauswurf bei der DEG nach Mannheim folgte.

    Dort will er helfen, die Spielzeit 2009/2010 vergessen zu machen. "Ich habe gemerkt, dass die vergangene Saison bei vielen noch in den Köpfen steckt", betont der Linksschütze, der lieber über die Zukunft sprechen mag. Der Routinier kann sich gut vorstellen, die Rolle des Kindergarten-Cops zu übernehmen. "Wir haben einige junge Spieler im Kader. Es macht mir Spaß, mit ihnen zusammenzuarbeiten", sagt der Zwei-Wege-Stürmer MacDonald.

    Bei den Spielen der European Trophy glänzte er nicht nur als Vollstrecker, sondern auch als jemand, der wichtige Bullys gewinnt - und sich für seine Mitspieler einsetzt. So sprang er Nathan Robinson zur Seite, als sich dieser mit Helsinkis Markus Kankaanperä in die Haare geriet - ein echter Charakterkopf eben.
    Geändert von icebrecher (01-09-10 um 16:53 Uhr)

  13. #13
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    Michel Périard gilt als Wettkampftyp

    Im Lions-Aus liegt eine neue Chance


    Erst befürchtete Michel Périard ein Déjà-vu, dann hoffte er es. Bereits zu seiner Zeit in Nürnberg hatte der neue Adler-Verteidiger Schlagzeilen über ein mögliches Aus der Ice Tigers lesen müssen. Damals ging alles gut, außer viel Tamtam war nichts gewesen. Doch in diesem Jahr gab es für seinen Arbeitgeber Frankfurt Lions kein Happy End. Der hessische Klub musste Insolvenz anmelden, die DEL verlor ein Zugpferd, Périard stand ohne Job da - wie seine Teamkollegen. "Ich dachte, mich trifft der Schlag", erinnert sich Torhüter Ian Gordon, der inzwischen in Ingolstadt angeheuert hat.

    Auch Périard ging auf die Suche. "Mein Agent hat angefangen, sich für mich umzusehen. Es gab Angebot aus ganz Europa", erzählt der 30-Jährige. Das Nürnberger Umfeld feierte schon seine Rückkehr, doch schließlich landete der Kanadier in Mannheim. "In Nürnberg waren einige zu voreilig. Sie sagten, ich würde heimkehren, weil meine Frau von dort kommt", erzählt Périard und betont: "Aber meine Heimat ist nicht Nürnberg, sondern Kanada."

    Viele Adler-Fans wünschten sich den Verbleib von Publikumsliebling Dan McGillis, auch an Christoph Schubert waren die Blau-Weiß-Roten dran, letztlich fiel die Wahl aber auf den Frankfurter. "Wir kennen ihn aus der Liga. Egal ob in Nürnberg oder bei den Lions - Périard hat immer seine Leistung gebracht", lobt Manager Teal Fowler den "läuferisch starken Wettkampftypen mit gutem Charakter."

    Finalniederlage mit Nürnberg

    Der Routinier weiß, dass er Glück im Unglück hatte. Mannheim mit all seinen Vorzügen ist auch nach der verkorksten vergangenen Saison nicht die schlechteste Adresse in der DEL. "Ich stelle mich einer neuen Herausforderung", sagt Périard, der mit den Adlern "ein, zwei Titel gewinnen möchte."

    So sehr ihm das Frankfurter Aus vor allem für die Fans und seine Mitspieler leidtut, so sehr freut er sich auf seine Zukunft in Mannheim. Er will mit der SAP Arena, wo er eine seiner bittersten Niederlagen erlebte, Frieden schließen: 2007 erreichte er mit den Ice Tigers das Finale, war dort gegen ein überlegenes Team von Trainer Greg Poss chancenlos. "Damals war die Stimmung fantastisch. Ich möchte das noch mal erleben - und zwar im Siegerteam."
    Geändert von icebrecher (01-09-10 um 16:53 Uhr)

  14. #14
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    Nachschlagewerk pünktlich zum Saisonstart

    Adler-Infos auf 232 Seiten


    Die Adler zum Nachschlagen und Mitnehmen: Pünktlich zum Saisonauftakt beim Heimspiel gegen DEL-Aufsteiger EHC München am Freitag, 3. September, gibt es den neuen Guide 2010/2011. Er ist 232 Seiten stark, prall gefüllt mit Informationen über alle aktuellen sowie ehemaligen Spieler und enthält jede Menge Statistiken sowie Informationen über die Jungadler.

    "Wir haben die Daten aktualisiert und einige Kleinigkeiten dazugepackt. Wir sind immer bestrebt, Abwechslung in das Nachschlagewerk zu bringen", sagt Pressesprecher Matthias Fries, der damit unter anderem die Zuschauerzahlen der vergangenen 25 Jahre anspricht, die neu aufgenommen wurden. Außerdem gibt es einige Sonderseiten zum NHL-Klub San Jose Sharks, gegen den die Mannheimer am 2. Oktober (19.30 Uhr) ein Testspiel austragen. Der Guide ist im Adler-Fanshop in der SAP Arena sowie im City-Store am Wasserturm, Friedrichsplatz 6, für 7,50 Euro erhältlich.

  15. #15
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    Feiner Zwirn statt Trainingsanzug - Teal Fowler zieht eine Zwischenbilanz seiner Managerarbeit

    "Wollen Horizont erweitern"


    Teal Fowlers Blackberry steht zurzeit kaum still. Mal ruft ein Spielervermittler an, mal kommt eine E-Mail - und das teilweise zu unchristlichen Zeiten. "Einige in Nordamerika haben anscheinend den Zeitunterschied zu Europa noch nicht realisiert", sagt der 39-Jährige lachend. Am 1. Mai übernahm Fowler den Managerposten von Marcus Kuhl. Im Interview äußert er sich über seine ersten Wochen im Amt.

    Herr Fowler, sieht Sie Ihre Familie häufiger oder seltener als früher?

    Teal Fowler: Mein neuer Job ist zwar genauso zeitintensiv, aber die Belastung hat sich verändert. Wenn ich mich als Manager ins Auto setze und heimfahre, ist für mich der Tag vorbei. Als Trainer habe ich immer ganz viele Gedanken mit nach Hause genommen. Jetzt kann ich besser abschalten. Ich denke, meine Familie hat nun mehr von mir.

    Gibt es auch Gemeinsamkeiten zwischen Ihrem neuen und Ihrem alten Aufgabengebiet?

    Fowler: Sowohl als Manager als auch als Trainer musst Du gut organisiert sein. Es kommt hier und da auf die Kleinigkeiten an. Ich genieße den Blick auf den Eishockey-Sport aus einem anderen Blickwinkel. Aber natürlich vermisse ich es auch, auf dem Eis zu stehen und mit den Jungs zu arbeiten. Wenn das nicht so wäre, würde bei mir etwas schief laufen.

    Wie beurteilen Sie die bisherige Arbeit des Trainerteams?

    Fowler: Von der ersten Minute an ist die Harmonie zwischen Harry Kreis und Mike Schmidt angeklungen. Die beiden sind ein eingespieltes Duo - das schlägt sich auch auf die Mannschaft nieder. Die Coaches haben ein gutes Gespür dafür, was für ein Pensum sie den Spielern zumuten können. Sie haben im Vergleich zu den vergangenen Jahren die Trainingsquantität ein wenig nach unten geschraubt, dafür aber die Qualität gesteigert.

    Sie haben davon gesprochen, dass es immer schwieriger wird, junge Ausländer mit Potenzial in die DEL zu holen. Wie wollen die Adler darauf reagieren?

    Fowler: Wir haben darauf schon reagiert. Dadurch, dass neben dem Managerposten das Amt des Sportdirektors geschaffen wurde, sind wir breiter aufgestellt. Marcus Kuhl und ich können uns besser verteilen. Wichtig ist es, mehr Partien zu sehen, um sich mit den interessanten Spielern intensiver zu beschäftigen. Zwischen dem Niveau der DEL und anderen europäischen Ligen gibt es kaum noch Unterschiede. Auch die Norweger haben bei der WM gezeigt, dass sie Eishockey spielen können. Wir wollen unser Netzwerk und unseren Horizont erweitern.

    Gab es schon konkrete Erfolge?

    Fowler: Marcus war im Juli beim Turnier der deutschen U 20 in Arosa dabei. Endlich hat sich mal wieder jemand aus Mannheim Nachwuchsländerspiele angeschaut. Wenn ein Marcus Kuhl auf der Tribüne sitzt, zeigt das den jungen Spielern, dass bei uns ein neuer Wind weht.

    In vielen Bereichen funktioniert die Kooperation mit dem NHL-Partner Toronto Maple Leafs gut. Ist es auch vorstellbar, dass die Adler irgendwann davon auf dem Spielermarkt profitieren?

    Fowler: Beide Partner stellen sich die Frage, ob es nicht möglich ist, in der DEL einen Spieler für die NHL auszubilden. Bei Ausländern ist das ein schwieriges Unterfangen, da wir immer Gefahr laufen würden, dass wir den Spieler bei einer Verletzungsmisere in Toronto an die Maple Leafs zurückgeben müssten. Dann hätten wir eine Lizenz verschenkt. Aber bei den Kanadiern stehen ja auch Deutsche unter Vertrag. Bei denen sieht die Sache schon besser aus.

    Sie haben den Adler-Kader verjüngt. Mit welchen Zielen gehen Sie in die Saison?

    Fowler: Wir sollten uns Schritt für Schritt neue Ziele stecken. Das Umfeld muss der Mannschaft die Gelegenheit geben, zu wachsen. Klar ist, dass der Kader dünner besetzt ist als in den vergangenen Jahren. Das hat den Vorteil, dass die Rollen besser verteilt sind und sich leichter eine Hierarchie entwickeln kann. In der DEL ist viel drin, wenn ein Team konstant hohen Einsatz zeigt.

    Besteht nach der Verpflichtung von Manuel Klinge noch Spielraum, um personell nachzulegen?

    Fowler: Wir schätzen unsere Lage realistisch ein: Wenn ein interessanter Mann auf den Markt kommt, haben wir immer noch die Möglichkeit, diesen zu holen. Die Frage ist, ob wir das wollen. Wir müssen mit unseren jungen Spielern Geduld haben und dafür sorgen, dass sie hungrig bleiben. Dann beißen sie sich fest.

    Wie viel Prozent Ihrer Arbeit beschäftigt sich bereits mit den Planungen für die Saison 2011/2012?

    Fowler: Die Spielerbeobachtung hat natürlich längst begonnen. Wir wollen den Weg fortsetzen, den wir eingeschlagen haben. Wir müssen sicherstellen, dass für Jungs, die nach Deutschland kommen möchten, Mannheim eine Option ist.

    Gilt ein besonderes Augenmerk der Besetzung der Torhüterposition?

    Fowler: Freddy Brathwaites Vertrag läuft zwar aus, aber das bedeutet nicht, dass wir uns nach einem anderen Torhüter umsehen. Freddy will es noch mal allen zeigen. Wir wissen, was wir an ihm haben.

    Die Adler haben an der erstmals ausgetragenen European Trophy teilgenommen. Wir realistisch ist eine richtige Europaliga?

    Fowler: Eine Champions League wie im Fußball wäre eine tolle Sache. So könnte es laufen: In einer auf zwölf Teams reduzierten DEL wird nur noch freitags und sonntags gespielt. Es wäre genügend Freiraum für eine Champions League mit Partien am Dienstag oder Mittwoch vorhanden. Und die Play-offs würden - wie in den anderen europäischen Eliteligen auch - durchgängig im Modus "Best of seven" gespielt.

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