Mannheimer Morgen:
Eishockey: Adler-Trainer Kreis fordert von seiner Mannschaft einfache Spielzüge / Neuzugang Klinge selbstkritisch
"Wollten keinen Beton anrühren"
Von unserem Redaktionsmitglied Jan Kotulla
Mannheim. Harold Kreis ist keiner, der um den heißen Brei herumredet. "Nach dem Tor der Straubinger haben wir wie festbetoniert gespielt", beschrieb der Trainer der Mannheimer Adler den Auftritt seiner Schützlinge in den ersten 20 Minuten gegen die Gäste aus Bayern. Der Knoten bei den Kurpfälzern platzte erst spät, als Mario Scalzo (39. Minute) und Ronny Arendt (43.) mit ihren Treffern den 2:1-Sieg und damit den ersten Dreier der Saison sicherten.
Wie bereits gegen München zum Rundenstart bekamen die Adler-Akteure ihre Nervosität anfangs ganz schwer in den Griff. Besonders deutlich wurden die Mängel in der Abwehr. "Was mich gegen die Tigers ein bisschen beunruhigt hat, war der Fakt, dass die Mannschaft grundlos nervös war", bekannte Kreis. Den Führungstreffer für die Straubinger habe man Goren "auf dem Silbertablett serviert", so der Trainer. "Aber mir ist es lieber, es ist am Anfang der Saison nicht alles easy-going", formulierte der 51-Jährige, dass ihm bewusst ist, dass noch eine Menge Arbeit auf ihn und seinen Assistenten Mike Schmidt wartet. In der ersten Pause sei er ganz ruhig geblieben: "Ich habe dem Team gesagt, es ist nicht wichtig, wie es nach 20 Minuten steht, sondern nach 60 Minuten. Der Schlüssel zum Erfolg ist, einfaches Hockey zu spielen."
Das weiß auch Neuzugang Manuel Klinge: "Es ist klar geworden, dass wir noch nicht 100-prozentig im System eingespielt sind." Allerdings habe er bereits besser mit seinen Stürmerkollegen François Methot und Yannic Seidenberg kombiniert. "Wir haben unsere Spielzüge schon verfeinert und hatten mehr Zug zum Tor", erklärte Klinge, der am Sonntag 26 Jahre alt wurde. Quasi als vorgezogenes Geburtstagsgeschenk kam das Angebot der Adler an den Leistungsträger der insolventen Kassel Huskies: "Ich bin froh, dass das alles so schnell über die Bühne gegangen ist. Dank der tollen Organisation in Mannheim kann ich mich komplett auf Eishockey konzentrieren." Positiv sah der Mann mit der Rückennummer 4 ("meine Glückszahl"), dass "wir den Weg zurück ins Spiel gefunden haben. Denn natürlich wollten wir keinen Beton anrühren."
Etwas enttäuscht zeigte sich, gerade aufgrund des ersten Drittels, ein Ex-Adler: Michael Bakos, seit dieser Saison Kapitän der Straubinger, hatte auf Zählbares gehofft. "Schade. Man kann Mannheim auch in Mannheim schlagen. So sind wir aufgetreten, haben aber unsere Chancen nicht genutzt", erklärte der 31-Jährige, der von 2000 bis 2006 das Adler-Trikot trug.


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