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Thema: Timeout: Kolumne aus der Schweiz

  1. #1
    you can call me Felix Avatar von Robert
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    Timeout: Kolumne aus der Schweiz

    Ich kann meine Faszination für Schweizer National League A nur schwer verhehlen. Jeden Spieltag flimmert in meinem Wohnzimmer das aktuelle Geschehen über den Bildschirm. Das ganze Spektrum der Möglichkeiten bekomme ich da mehrmals wöchentlich geboten. Dabei ist es egal, ob NHL-Haudegen Owen Nolan bei den ZSC Lions erfolgreich seine Zelte aufschlägt, so mancher Hochkaräter der letzten Jahre eine nicht gekannte Durststrecke durchmacht oder junge Talente unaufhaltbar auf dem Weg nach oben sind.

    Das mit anzusehen macht schon unheimlich viel Spaß – rein im positiven Sinn. So freue und leide ich mit den Protagonisten und mache mir mein eigenes Bild vom Großen und Ganzen, sich täglich verändernden Gesamtbild. Eine hervorragende TV-Präsenz ist da mit Sicherheit ein nicht zu unterschätzender Faktor. Einen weiteren, in meinen Augen sehr unterhaltsam und lehrreichen, habe ich heute Abend mal wieder entdeckt und ich würde ihn gerne mit Euch teilen.

    Klaus Zaugg heisst der Mann, der die Eishockeyschweiz zu spalten vermag, wie kein Zweiter. Er hat sicherlich seine Vorlieben, was einzelne Vereine betrifft und neigt auch teilweise zu allzu offensichtlichen Sympathiebekundungen, die nicht immer bei allen gut ankommen. Aber genau das macht den Reiz aus. Schonungslos geht er mit allen – mit Vorliebe den Großkopferten – um, tritt auf Zehen, von deren Existenz der Besitzer bis dato noch gar nichts wusste und zeigt oft genug Szenarios auf, die man gut und gerne auf den eigenen Lieblingsclub projizieren kann.

    Mir hat es neue Sichtweisen eröffnet und deshalb würde mich sehr interessieren, welche Schlüsse Ihr aus den einzelnen Artikel zieht. Der Übersicht halber möchte ich dafür jeweils ein eigenes Thema eröffnen, da doch immer wieder andere Themengebiete angeschnitten werden und so meiner Meinung nach, besser darüber diskutiert werden kann. Spielertypen, Trainertypen, Managertypen – von der Tabellenspitze bis zum Kellerkind wird so ziemlich alles beleuchtet. Beginnen möchte ich mit einem Artikel, der einen der besten Torhüter in den Fokus stellt, der jemals die Mannheimer Farben getragen hat – Cristobal Huet. Er erschien am 29. September auf www.20min.ch in der Kolumne Timeout und trägt den Titel: Wenn ein Spieler ein Team verändert. Ich lasse den Artikel bewusst erst mal unkommentiert.

    Gruß Robert
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  3. #2
    you can call me Felix Avatar von Robert
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    Timeout: Wenn ein Spieler ein Team verändert

    Quelle: www.20min.ch

    von Klaus Zaugg - Zauberei gibt es eigentlich auch im Eishockey nicht. Aber ein wenig davon war beim 4:2 von Fribourg gegen den SCB eben doch im Spiel. Der Magier heisst Cristóbal Huet.

    Der französische Neuzugang hat Fribourg-Gottéron nicht einfach zum Sieg über den Meister gehext. Er stoppte 30 von 32 Schüssen (und damit mehr als 90 Prozent) und streng fachtechnisch war seine Leistung gut, aber keineswegs «überirdisch». Hätten Pascal Caminada (aktuell die Nummer 2) oder Damiano Ciaccio (Gottérons Nummer 3) die gleiche Leistung erbracht, so wären sie mit ziemlicher Sicherheit nicht als Helden gefeiert worden. Vielmehr würden die disziplinierte Defensivleistung und das Powerplay gerühmt. Immerhin hat ja Gottéron die drei ersten Treffer im Überzahlspiel erzielt.

    Aber Huet war doch die Schlüsselfigur bei diesem Sieg über den SCB. Es gibt nämlich Spieler, die machen ihre Mitstreiter alleine durch ihre Anwesenheit auf dem Eis ein oder zwei Zentimeter grösser und ein oder zwei Kilo schwerer. Und das zeigt im Eishockey - noch immer ein Sport, der auch im Kopf und in den Herzen entschieden wird - Wirkung.

    Huet, ein Mann mit Charisma
    Huet, geadelt durch einen NHL-Vertrag mit 5,625 Millionen Dollar Salär pro Jahr, ist so ein Spieler, der alle grösser, schwerer und besser macht. Es handelt sich dabei nur auf den ersten Blick um Zauberei. Das Phänomen heisst Charisma. Ein Dollarmillionär aus der wichtigsten Liga der Welt hat ganz einfach eine ganz andere Ausstrahlung als eine Nummer zwei, die, wie Caminada, in Biel den Job auch wegen Rock'n'Roll während der Fasnacht verloren hat.

    Der Franzose war bei seinem ersten Spiel mit Fribourg, seinem ersten Einsatz seit dem 25. März, noch kein ganz grosser, aber ein guter und vor allem ein charismatischer Goalie. Viel stärker noch als durch sein Spiel erzielte er Wirkung durch seine Präsenz: Gottéron spielte so intensiv wie noch nie in dieser Saison und hielt mit dem SC Bern die physisch stärkste, kräftigste Mannschaft der Liga in Schach.

    Sicherheit von hinten bis vorne
    Die Sicherheit, die Huet seinen Vorderleuten gab, wirkte sich von hinten nach vorne aus, führte zu einer tiefen Fehlerquote, Mut im Zweikampf, Selbstvertrauen im Abschluss und letztlich ganz einfach zum Glauben an die eigenen Fähigkeiten. Die defensive Lotterabwehr (in dieser Saison haben nur Ambri und die Lakers noch mehr Gegentreffer kassiert) hat sich gegen den SCB durch Huet in eine solide, stabile Verteidigung verwandelt.

    Er sei vor dem Spiel schon ein wenig nervös gewesen, sagt der Torhüter zu 20 Minuten Online. «Aber die Mannschaft hat mir mit disziplinierter Defensivarbeit geholfen ins Spiel zu kommen.» Seine Präsenz führte also nicht zu noch mehr Leichtsinn in der Verteidigung. Vielmehr schien es, als wolle jeder dem berühmten Dollarmillionär zeigen, dass er sehr wohl würdig sei, vor ihm in der Abwehr zu spielen.

    Selbstkritischer Huet
    Huet gesteht selbstkritisch, er habe noch nicht sein bestes Hockey gespielt: «Ich kann besser spielen und das zweite Gegentor war mein Fehler. Es war ein guter Schuss von Vigier, aber ich hatte eine Konzentrationslücke.» Auch das gehört ins Kapitel Charisma. Wer weiss, dass er gut ist und Charisma hat, steht cool zu einem Fehler. Wer kein Charisma hat, weist Fehler weit von sich.

    Tatsächlich hatte SCB-Captain Jean-Pierre Vigier Huet mit einem Verzweiflungsschuss auf der Fanghandseite von ausserhalb der blauen Linie zum 3:2 überrascht. Aber es war zu spät (58:55 Min.) und der Treffer führte letztlich nur noch zu ein bisschen Aufregung und noch mehr Kurzweil in der Schlussminute.

    Gefährlicher Aussenseiter
    Mit seinem neuen Torhüter dürfte Gottéron die Balance zwischen Offensive und Defensive finden. Wenn es gelingt, neben dem kanadischen Verteidiger Shawn Heins und Serge Aubin (sollte am Wochenende wieder spielen können) einen zweiten erstklassigen ausländischen Stürmer aufs Eis zu schicken, dann wird Gottéron ein gefährlicher Aussenseiter im Kampf um den Titel. Simon Gamache ist vom SCB bereits zurückgeholt worden, Pavel Rosa muss am 22. Oktober nach Finnland zurückkehren und Mark Mowers fällt mit einer Gehirnerschütterung für unbestimmte Zeit aus. Die Suche nach einem zusätzlichen abschlussstarken ausländischen Stürmer wird für Coach und Sportchef Serge Pelletier so etwas wie die Suche nach meisterlichem Glück.
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    4fritz (11-11-10), Didi (11-11-10), Hülsi (12-11-10), Lafleur 11 (11-11-10), MaxPower78 (11-11-10)

  5. #3
    Hockeyfanatic Avatar von 4fritz
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    Sehr schöner Bericht, sowohl vom Inhalt selbst her als auch einfach von der Art und Weise, wie berichtet wird über die Auswirkungen, die ein Spieler mit Ausstrahlung haben kann.

    ...und im speziellen über einen Spieler, von dem ich noch in 100 Jahren träumen werde!

    Ich erinnere mich an einen Save von ihm, als er in der Lockout Saison bei uns war. Den Gegener weiß ich nicht mehr. Der war von der Parade her gar nicht besonders spektakulär und doch hatte er Klasse und Stil. Der scharfe Schuss kam halbhoch auf seiner Fanghandseite. Huet machte keine Bewegung außer einem ganz kleinen Zucken in seiner Fanghand. Ich glaube beinahe jeder andere Goalie hätte mit irgendeiner Körperbewegung versucht, den Kasten noch zusätzlich anzudecken, weil die Schussbahn über und unter der Fanghand frei zum Tor war. Doch da war kein Zucken in den Knien, nicht in der Schulter, gar nichts...nur dieser kleine, kaum zu sehende Catch.
    Für manchen mag das leichtsinnig sein und auch er kann sich so ein Ding einfangen (siehe Bericht). Ich hab laut gejohlt und meine Nebenleute haben mich komisch angesehen, weil ihnen dieser kleine magische Moment gar nicht aufgefallen war. Ich fands einfach nur geil!

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    Robert (11-11-10)

  7. #4
    Super Moderator Avatar von Paige
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    Mir gefällt besonders dieser Satz:

    Zitat Zitat von Robert Beitrag anzeigen
    Wer weiss, dass er gut ist und Charisma hat, steht cool zu einem Fehler. Wer kein Charisma hat, weist Fehler weit von sich.

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    Robert (11-11-10)

  9. #5
    Hockeyfanatic Avatar von 4fritz
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    Die Wirkung, wenn jemand die Größe hat, Fehler einzugestehen, selbiges aber charismatisch rüber zu bringen, ist enorm!
    Irrtümlicherweise glauben die betreffenden Personen oft, das mache sie schwach und angreifbar. Mir für meinen Teil nötigt das größtmöglichen Respekt ab und schafft sogar Vertrauen, weil mir im Gegenzug Personen, die sich immer als unfehlbar und beratungsresistent darstellen, mehr als suspekt sind.
    Getreu dem alten Spruch: Selbsterkenntnis ist der erste Weg zu Besserung, öffnen eben nur die Einsicht und auch die Bereitschaft, Ratschläge anzunehmen, die Tür für Verbesserungen.

    Der beschriebene Fall Huet ist ein wunderbares Beispiel: Er könnte auch als Großkotz daher kommen mit seinem Megagehalt aus der NHL und den dort verdienten Meriten. Dass er genau das nicht ist, zeichnet ihn aus. Charisma in seinem schönsten Wortsinn!

    Solche Leute fehlen uns absolut - auf dem Eis und auch hinter den Kulissen!

    Sehr schön geschrieben, Herr Zaugg! - und danke, Robert, für diesen Beitrag!

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    Robert (11-11-10)

  11. #6
    you can call me Felix Avatar von Robert
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    Für mich gibt es ganz viele Kleinigkeiten, die mir an dem Artikel so gut gefallen. Am besten aber wohl die Balance zwischen der Wertschätzung auf der einen und der großen Verantwortung Huets auf der anderen Seite. Der weiß damit umzugehen – genau wie Freddie. Allerdings wirft sich die Frage auf, ob auch die Vorderleute es beherrschen.

    Auch Freddie macht seine Vorderleute größer, schwerer und schneller und trotzdem hört man nie ein forderndes Wort von ihm. Sein Instinkt sagt es ihm. Und genauso wie Ryan Clowe sich instinktiv Denis Reul zur Brust nahm, als der Superstar Patrick Marleau angegangen war, so muss es auch in den Köpfen der Adler ankommen, wenn ihr Mitspieler bedrängt wird. Nicht nachdenken, machen!

    Das soll bei weitem aber noch nicht das Ende der Fahnenstange bedeuten.

    Vielmehr schien es, als wolle jeder dem berühmten Dollarmillionär zeigen, dass er sehr wohl würdig sei, vor ihm in der Abwehr zu spielen.
    Genau diesen Ehrgeiz will ich von den Adlern sehen. Es mag keine ernsthafte „Verletzung“ sein, wenn man dem Mitspieler mal nicht den Rücken frei hält – egal ob bewusst oder unbewusst. Aber es hinterlässt „Narben“, die irgendwann – zum ungünstigsten Zeitpunkt – aufbrechen werden.
    Seine Präsenz führte also nicht zu noch mehr Leichtsinn in der Verteidigung.
    Genau so kommt es mir aber leider allzu oft bei den Adlern vor. Es mag sich als Überschrift in einer Zeitung gut machen, aber es kommt der Zeitpunkt, an dem die „Lebensversicherung“ mit den Leistungen einfach nicht mehr nachkommen kann.

    «Es war ein guter Schuss von Vigier, aber ich hatte eine Konzentrationslücke.» Auch das gehört ins Kapitel Charisma. Wer weiss, dass er gut ist und Charisma hat, steht cool zu einem Fehler. Wer kein Charisma hat, weist Fehler weit von sich.
    Ich wünschte wir könnten all jenen diese panische Angst nehmen, die den Erfolg der Adler im Schwitzkasten gefangen genommen haben. Eine öffentliche „Anklage“ hätte allenfalls Unterhaltungswert, würde aber der Sache nur bedingt helfen. Viel wichtiger ist, dass man endlich beginnt umzudenken und die eingerosteten Verhaltensmuster zu verschrotten.

    Gruß Robert
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  13. #7
    you can call me Felix Avatar von Robert
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    Timeout: SC Bern oder die Kunst, Fehler zu korrigieren

    Quelle: www.20min.ch

    von Klaus Zaugg - Grosse Mannschaften finden einen Weg, um das Glück zu zwingen und Fehler zu korrigieren So gesehen hat der SCB nach dem 2:1 n.V. gegen den HCD zum ersten Mal in dieser Saison gespielt wie eine grosse Mannschaft.

    Im Schlussdrittel und in der Verlängerung einer hoch stehenden Partie korrigierten die Berner die Fehler und Versäumnisse aus den ersten 40 Minuten. Christian Dubé sicherte mit seinem ersten Saisontor in der Verlängerung den Sieg (2:1). Stolpert am Ende gar Joel Kwiatkowski über dieses Tor?

    Ist der Meister also wieder eine grosse Mannschaft? Nein, noch lange nicht. Der Sieg hing an einem seidenen Faden. Die Davoser, die auf offensive Schlüsselspieler wie Sandro Rizzi, und Peter Guggisberg verzichten mussten, hatten die Chancen zum 2:0 und in der Verlängerung zum 2:1. Aber sie erlagen schliesslich dem Druck der Berner auch wegen einer um eine Spur zu passiven Spielweise in den letzten zehn Minuten. HCD-Coach Arno Del Curto fasste das intensive Spiel gegenüber 20 Minuten Online so zusammen: «Wir wollten nicht passiver spielen. Aber einerseits haben die Berner enorm viel Druck gemacht und andererseits haben wir eben viele junge Spieler, die dazu tendierten, das 1:0 über die Zeit zu retten. Ich ärgere mich sehr, dass wir in der Verlängerung verloren haben. Aber andererseits kann ich meiner Mannschaft nun wirklich keinen Vorwurf machen und wir haben ja diese Saison noch nie nach 60 Minuten verloren.»

    Dieser Sieg über Davos ist für den SCB also noch nicht die Rückkehr zu einer meisterlichen Form. Aber Cheftrainer Larry Huras hat vielen (noch nicht allen) seiner Stars die Arroganz der ersten Partien und den Hang zum «Tschäppät-Hockey» ausgetrieben: Diese Unsitte, ganz im Sinne der rot-grünen Stadtregierung mit möglichst geringem Energieaufwand ein Resultat zu erzielen.

    Noch Steigerungspotential vorhanden

    Nach wie vor ist das SCB-Spiel nicht perfekt, nicht justiert, nicht ausbalanciert und Ryan Gardner ist nach wie vor ein Ärgernis. Aber Wucht und Wasserverdrängung und Wille sind zurückgekehrt. Es rumpelt wenigstens wieder. Deshalb gelang die Wende. Mit der gleichen Einstellung hätte der Meister die Heimspiele gegen die SCL Tigers (1:2 nach Penalties) und Biel (3:2 n.V.) bereits nach 60 Minuten haushoch gewonnen.

    Der SCB-Coach und seine Spielern waren also gegen Davos in der Kunst des Korrigierens von Fehlern und Versäumnissen auf dem Eis erfolgreich. SCB-Sportchef Sven Leuenberger wird sich auch in dieser Kunst üben müssen: Der kanadische Verteidiger Joel Kwiatkowski musste zum ersten Mal auf die Tribune und dem heimgekehrten verlorenen Sohn Simon Gamache für den ersten Saisoneinsatz Platz machen. Die Wirkung dieser Massnahme ist beachtlich: Gamache stand bei beiden Plustreffern auf dem Eis und assistierte zum Siegestreffer von Dubé.
    Damit zeichnet sich ab, dass Leuenberger mit Kwiatkowski erneut eine ausländische Niete eingekauft hat - wie vor einem Jahr mit Lubos Bartecko. Aber so wie grosse Mannschaften Mittel und Wege finden, um Fehler auf dem Eis zu korrigieren, so sind schlaue Sportchefs dazu in der Lage, einen Fehleinkauf zu korrigieren.

    Nicht der erste Fehlgriff
    Beim SCB hat die Kunst, Fehler zu korrigieren, eine lange, reiche Tradition: Schon im Herbst 1978 holen die Berner den Finnen Lauri Mononen als Ersatz für Jarmo Koivunen. Mononen wird Publikumsliebling und führt den SCB im Frühjahr 1979 zum Titel.

    In der Neuzeit hat der SCB nur noch dank Ersatzausländern Meisterschaften gewonnen: 1997 dank Bruno Zarrillo und Daniel Marois. 2004 mit Hilfe von Sylvain Lefebvre. Vor einem Jahr holt Leuenberger für Lubos Bartecko (der Slowake wurde nach 28 Einsätzen bereits wieder ausgemustert) den kanadischen Center Brett McLean, der sich zum Schlüsselspieler des Meisterteams entwickelt.
    Keine Frage: Leuenberger hat die neue Saison zwar mit fünf ausländischen Arbeitnehmern begonnen. Doch er wird auch diesmal wieder einen guten Ersatzausländer finden müssen, soll die Titelverteidigung gelingen. Aber vorher muss er einen der fünf aktuellen Ausländer loswerden, um das Geld für einen Ersatz freizubekommen.

    Kann Gamache doch in Bern bleiben?
    Nach dem Sieg über Davos ergeben sich neue Optionen: Statt den zu teuren Gamache sollte Leuenberger vielleicht mal Kwiatkowski auf den Markt feilbieten. Der kanadische Verteidiger war bisher vom Tempo überfordert und er macht, wie so viele andere auch, die Erfahrung, dass die NLA halt eine der schnellsten Ligen der Welt ist. Er konnte bisher nicht schnell genug laufen und denken um ein dominierender Offensivverteidiger zu sein und durfte nun schon nach acht (!) Spielen zum ersten Mal als überzähliger Ausländer zuschauen.

    Wer in Bern so früh auf die Tribüne muss, kommt von dort fast nicht mehr herunter. Sportchef Sven Leuenberger wird uns diese Saison mit seinem Ausländer-Zirkus gut unterhalten. Je schneller er für klare Verhältnisse sorgt, desto besser für die Chemie im Team.
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  14. Folgende User bedanken sich bei Robert für diesen Beitrag:

    Lafleur 11 (11-11-10)

  15. #8
    you can call me Felix Avatar von Robert
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    Der zweite Artikel ist bei weitem nicht mit so vielen Parallelen oder Unterschieden gefüllt und doch ist es in meinen Augen hochinteressant mal ein anderes System als "12 Ausländer lizenzieren - 10 dürfen Spielen" kennenzulernen.

    Er erschien am 2. Oktober und trägt den Titel: SC Bern oder die Kunst, Fehler zu korrigieren.

    Gruß Robert
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  16. #9
    you can call me Felix Avatar von Robert
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    Timeout: Der Verrat an Ambris Geschichte

    Quelle: www.20min.ch

    von Klaus Zaugg - Schuld ist immer der Trainer. Benoit Laporte ist in Ambri nicht an mangelndem Fachwissen gescheitert, sondern an fehlendem Charisma und einer Veränderung in Ambris Kultur.

    53 Niederlagen in 66 Spielen: Kein Trainer der Welt bleibt bei diesem Leistungsausweis im Amt. Auch nicht in Ambri. Auch nicht Benoit Laporte. Gerade weil er um die Schwierigkeiten in Ambri weiss, hat er seinen Job verloren: Als Realist hat er keine Möglichkeit mehr gesehen, diese Mannschaft irgendwohin zu bringen. Gesagt hat er es so nicht. Aber er ist überzeugt davon, dass es so ist. Deshalb hat er sein Charisma verloren. Wer kein Charisma mehr hat, verliert den Job. Wer nicht mehr an eine Sache glaubt, hat keine Möglichkeit mehr, seine Spieler davon zu überzeugen, dass es eine Chance gibt.

    Aber warum ist es so weit gekommen? Warum ähnelt Ambri so sehr dem EHC Basel von 2007/08, der in der Qualifikation gerade mal vier Spiele gewonnen hat und dann sang und klanglos abgestiegen ist?

    Fusts Enthusiasmus

    Ambri hat auf dem Papier mehr Substanz als die SCL Tigers und etwa gleich viel wie Biel. Aber es gibt einen fundamentalen Unterschied zu Langnau und zu Biel: Laporte war schon von seinen 42 Niederlagen der letzten Saison völlig desillusioniert, als er diese Saison in Angriff genommen hat. Die Langnauer hingegen haben mit John Fust aus Visp einen Siegertypen geholt, für den die Arbeit in Langnau nicht eine mühselige Plage, sondern ein aufregendes Abenteuer ist. Er kümmert sich nicht um Prognosen, sondern verkündet unbeirrt: «Yes, we can.» Fust hat Charisma und steckt damit seine Spieler an. Deshalb stehen die Langnauer mit einer Mannschaft über dem Strich, die weniger Substanz hat als Ambri. Die Emmentaler haben einen geordneten Neubeginn gewagt.

    Die Situation ist in Biel nahezu gleich: Sportchef Kevin Schläpfer, von den Anhängern nach zwei wundersamen Rettungsaktionen in der Ligaqualifikation als Hockeygott verehrt, ist durch und durch ein Siegertyp geworden, von sich und seiner Mission überzeugt. Und er strahlt mehr Optimismus aus als Ralph Krueger in seinen besten Tagen. Biel riskierte mit Schläpfer als Trainer ebenfalls einen Neubeginn und steht deshalb zur Zeit auch mit einer Mannschaft über dem Strich, der (fast) niemand eine Chance gegeben hat, den Playouts zu entrinnen.

    Kein Neubeginn in Ambri
    Ambri hat den Neubeginn nicht gewagt. Und deshalb wird Ambri nun unter chaotischen Voraussetzungen während der laufenden Saison zum Neubeginn gezwungen. Was Ambri jetzt braucht, ist ein charismatischer Siegertyp. Einen Ralph Krueger im Westentaschenformat wie John Fust oder Kevin Schläpfer. Aber es ist einfacher, im Vatikan einen Striptease-Laden zu finden, als einen Siegertypen während einer laufenden Saison. Der Grund, warum einer jetzt noch keinen Job sucht, ist in der Regel nicht erfolgreiche Arbeit.

    Aber warum ist Ambri überhaupt im Laufe der letzten Saison in die schwerste Krise seit dem Wiederaufstieg von 1985 geraten? Ganz einfach: Weil es seine Herkunft vergessen hat und auf Geld statt auf Geist vertraut.
    Die «Hockey Club Ambri Piotta SA» ist juristisch ein Sportunternehmen. Im richtigen Leben ist Ambri keine Firma. Sondern eine Institution, im Wesen und Wirken eher mit der Katholischen Kirche als der UBS vergleichbar.

    Immer noch der feierlichste Moment im Welteishockey
    Firmen haben Kunden. Ambri hat keine Kunden. Ambri ist für seine Anhänger wie eine Geliebte. «Un amore senza confini» - eine Liebe ohne Grenzen. So stand es auf einem Transparent in der Fankurve. Weil die Arbeitslosigkeit in der Leventina schon immer höher war als im übrigen Land, weil die Söhne und Töchter ihr Glück oft in der Fremde suchen müssen, spielt das Heimweh eine Rolle. Ambri steht für diese Heimat und «La Montanara» ist das Lied der Heimat. Es wird in der Valascia gesungen, wenn der Sieg gesichert ist. Immer noch der feierlichste Moment im Welteishockey.
    Andere Sportunternehmen an ähnlich exponierter geographischer Lage wie Villars oder Arosa spielen im 21. Jahrhundert trotz meisterlicher Vergangenheit keine Rolle mehr. Warum gibt es Ambri noch? Weil es anders funktioniert als eine Firma. Bei normalen Hockeyunternehmen erledigen Manager gegen gute Bezahlung die Arbeit. Es ist eine nüchterne Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, zwischen Geldgeber und Geldnehmer. Und wer geht, wird schnell vergessen.

    Einmal Ambri, immer Ambri

    Bei Ambri war es bis vor kurzem anders: Die wichtigen sportlichen Entscheidungen wurden immer getragen von der Weisheit und der Erfahrung der Männer von Ambri. Wer einmal bei Ambri war, bleibt für immer mit Ambri verbunden und stellt sich weiterhin für guten Rat zur Verfügung. Weil so Wissen und Beziehungen von Generation zu Generation weitergegeben worden sind, hat Ambri Geschichte geschrieben. Deshalb war es möglich, bessere Ausländer zu holen.
    Nicht die Berner oder Zürcher haben beispielsweise den ersten Superstar in die Schweiz geholt. Sondern Ambri. 1971 kam mit Andy Bathgate, eben 39jährig geworden, nach 1069 NHL-Einsätzen der erste richtige NHL-Superstar für einen Winter nach Europa. In seinem ersten Spiel gegen Kloten am 16. Oktober 1971 steuerte er zum 8:3 vier Tore und vier Assists bei.

    Fehlende finanzielle Mittel

    Dass Ambri keine Ausländer mehr hat wie Andy Bathgate oder Dave Gardner oder Dale McCourt oder Igor Fedulow oder Paul DiPietro oder Oleg Petrow oder Hnat Domenichelli oder Jean-Guy Trudel hat einen guten Grund: Geld statt Geist ist heute der Grund geworden, um für Ambri zu arbeiten.

    Die Geschichte hilft uns, das Problem zu verstehen. Die TK-Chefs (Sportmanager) hiessen einst Sergio Gobbi oder Fiorenzo Panzera oder Bruno Moor oder Fausto Croce oder Alberto Guscetti oder Peter Jaks. Männer von Ambri. Eingebunden ins weltweite Hockey-Beziehungsnetz und zugleich vertraut mit dem Wesen und Wirken der Menschen im abgelegenen Bergtal.

    Verantwortung bei «fremden» Männern
    Und wie heisst der Sportchef noch immer? Benoit Laporte. Schlimmer noch: Zum ersten Mal war der Sportchef auch noch Trainer. Diese undemokratische, der Tradition Ambris zutiefst widersprechende Machtkonzentration ist eines der Probleme. Präsident Filippo Lombardi hat eine Todsünde begangen: Er bezahlt Männer, um die wichtigste Arbeit in Ambri zu erledigen, für die immer der Präsident die Verantwortung trägt: Die Hege und Pflege Ambris, die nie nur bezahlte Arbeit sein darf. Diese Verantwortung hat Lombardi gegen Bezahlung zwei fremden Männern überlassen, die keine tiefere Beziehung zu Ambri haben: Benoit Laporte (nicht mehr Trainer, aber noch Sportchef) und Jean-Jacques Aeschlimann (Manager), dem ehemaligen Kultspieler des HC Lugano. Das ist, ganz bösartig gesagt, Verrat an Ambris Geschichte.

    Kein Wunder, hat Ambri inzwischen die miserabelsten Ausländer seiner Geschichte. Kein Wunder, hat Ambri auf dem Transfermarkt noch nie so viel Geld für so wenig Qualität ausgegeben.
    Geändert von Robert (13-11-10 um 03:00 Uhr)
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  18. #10
    Registrierter Benutzer Avatar von Winston
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    Danke Robert!

    Aber an was erinnert mich in Zügen dieser Artikel?

    ""Aber warum ist Ambri überhaupt im Laufe der letzten Saison in die schwerste Krise seit dem Wiederaufstieg von 1985 geraten? Ganz einfach: Weil es seine Herkunft vergessen hat und auf Geld statt auf Geist vertraut.""

    Das ist mein Lieblingssatz!

    Schönes Wochenende!

  19. Die folgenden 3 User haben sich bei Winston für diesen Beitrag bedankt:

    4fritz (15-11-10), Didi (15-11-10), ich_bins (15-11-10)

  20. #11
    you can call me Felix Avatar von Robert
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    Timeout: Pleiten im Herbst - Meisterfeier im Frühjahr?

    Quelle: www.20min.ch

    von Klaus Zaugg - Der HC Davos hat die beiden Spitzenspiele gegen die Kloten Flyers verloren (je 2:4). Aber möglicherweise hat HCD-Trainer Arno Del Curto in diesen Tagen den Grundstein für einen Titelgewinn im Frühjahr 2011 gelegt.

    Die Davoser haben dem Tabellenführer aus Kloten zweimal alles abverlangt. Obwohl sechs wichtige Spieler fehlten (Taticek, Guggisberg, Stoop, Untersander, Rizzi und Sejna). Arno Del Curto hat seinen Jungs als Lohn für die Einsatzbereitschaft am Sonntag und am Montag frei gegeben. «Ich will keinen sehen. Sie sollen sich erholen», sagte der HCD-Trainer und sinnierte gegenüber 20 Minuten Online: «Meine Spieler sind so sehr alle ans Limit gegangen, dass ich mich frage: Werden sie auch dazu in der Lage sein, wenn wir wieder komplett sind?»

    Die Absenzen haben den grossen HCD-Zampano dazu gezwungen, Spieler in entscheidenden Situationen und in Überzahl oder Unterzahl einzusetzen, die normalerweise nur Hinterbänkler sind. «Wenn dann noch wichtige Spieler auf die Strafbank mussten, dann wusste ich bald nicht mehr, wen ich denn noch einsetzen kann.»

    Prüfsteine für die Nobodies

    Wir haben in diesen zwei Spitzenspielen gesehen, warum Del Curto mit dem HCD schon viermal Meister geworden ist (2002, 2005, 2007 und 2009). Im Abnützungskampf der Playoffs hat sehr oft die Tiefe im Kader entschieden. Nicht nur die Stars machen dann die Differenz. Sondern ebenso sehr die Kraft, die Kaltblütigkeit und der Mut der vermeintlichen «Nobodies» in der dritten und vierten Linie. 2007 (gegen den SC Bern) und 2009 (gegen Kloten) gewannen die Davoser den Titel im Finalspiel Nummer 7. 2009 mussten sie zuvor auch im Viertel- und Halbfinal je über 7 Spiele gehen - und hatten mit 14 Partien in den Beinen trotzdem mehr Energie als die Klotener, die im Schnellzug in nur 8 Spielen ins Finale gestürmt waren.

    Die «Hinterbänkler» bekommen nicht in Training und Theorie Playoff-Finalhärte. Sondern nur im Einsatz auf dem Eis. In Spielen, die zählen. Nicht in Vorbereitungspartien. Kein anderer Coach kann sich zwar wegen Ausfällen oder vermeintlichen Ungerechtigkeiten bei Sperren so schön echauffieren wie Arno Del Curto. Das muss so sein und ist Teil seines totalen Engagements. Aber es gibt eben auch keinen anderen Coach, der solche Extremsituationen so sehr als Herausforderung begreift und den Jungen und Rollenspielern eine echte Chance gibt. Ohne Rücksicht auf mögliche Niederlagen. Kürzlich haben wir uns über seine vielen Ausfälle unterhalten und er machte eine Aussage, die für den «Alpenvulkan» so typisch ist: «Eigentlich ist es ja geil, dass ich wegen der Ausfälle die Jungen einsetzen muss. Es ist eine Freude zu sehen, wie die sich einsetzen und an der Aufgabe wachsen.»

    Wer verwaltet die Energien am besten?

    Wenn alles normal läuft, sind die wichtigsten Spieler spätestens im Januar alle wieder einsatzfähig, einige schon vorher. Wenn im Februar die Playoffs beginnen, wird der HC Davos vier Blöcke mit Jungs haben, die alle in dieser Saison im Ernsteinsatz in Extremsituationen wie in den beiden Spitzenpartien gegen die Kloten Flyers «gestählt» worden sind.

    Wenn es noch Blätter in den Bäumen hat, werden im Eishockey keine Meisterschaften gewonnen. Die Titanen entfalten im Herbst nur in Ausnahmefällen ihr ganzes Potenzial. Meister wird im Frühjahr, wer die Energien am besten verwaltet hat. Wenn wir jetzt, Mitte Oktober, aufgrund der Verfassung der Titelanwärter eine Prognose für die Playoffs machen müssten, dann wäre die Reihenfolge: 1. Davos, 2. Bern. 3. Kloten. 4. Zug. Obwohl die Tabelle anders lautet: 1. Kloten. 2. Zug. 3. Davos. 4. Bern.

    Für Davos spricht dieses «Oktober-Stahlbad», das die Mannschaft nur besser macht.
    Der SC Bern inszeniert sein «Energiesparpgrogramm» mit Resultathockey, das die Fans oft verärgert und riskiert auf einer Gratwanderung zwischen Effizienz und Arroganz, dass die Stars tatsächlich arrogant werden. Das Tempospiel der Kloten Flyers kommt phasenweise nahe an die Perfektion heran - aber funktioniert es auch, wenn es in den Playoffs rumpelt?

    Zugs fehlende Gelassenheit
    Dem EV Zug, der eigentlich alles hat, um Meister zu werden, fehlt nach wie vor das «Herrschaftswissen» wie man Meisterschaften gewinnt. Für die Zuger mit dem Stierenlogo gilt mehr denn jener Witz vom Vater und Sohn Stier. Beide stehen auf einem Hügel, und beobachten eine Herde knackiger junger Kühe. Sagt der Sohn: «Vater, lass uns runter rennen und eine nehmen.» Entgegnet der Vater: «Nein Bub, lass uns gemütlich runter gehen und ALLE nehmen.» Zurzeit mahnt Zugs Coach Doug Shedden an den Sohn Stier: Runter rennen und einfach ein Spiel gewinnen.

    Dazu passt der Wahnsinn, den an einer Gehirnerschütterung leidenden Leitwolf Josh Holden im verlorenen Spitzenkampf gegen die Kloten Flyers einzusetzen. Statt Holden ruhen zu lassen. Und Sheddens Tendenz, ohne Not in bedeutungslosen Qualifikationspartien seine Schlüsselspieler zu stark zu belasten. Der kanadische Feuerkopf hat in Europa noch nie eine Meisterschaft gewonnen. Er muss lernen, halt mal gemütlich runter zu laufen, dabei ein paar Spiele zu verlieren. Um am Schluss die Kraft zu haben, um ALLES, nämlich die Meisterschaft zu gewinnen.
    The ultimate victory in competition is derived from the inner satisfaction of knowing that you have done your best and that you have gotten the most out of what you had to give. -Howard Cosell-

  21. Die folgenden 2 User haben sich bei Robert für diesen Beitrag bedankt:

    Lafleur 11 (13-11-10), Winston (14-11-10)

  22. #12
    you can call me Felix Avatar von Robert
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    Jeder noch so gut geführte Club kann in die gleichen Situationen kommen, in denen Mannheim in den letzten Jahren steckte und aktuell steckt. Es stellt sich nur die Frage, wie man jeweils damit umgeht.

    Davos zieht aus der Verletztenmisere das Positive heraus und ich muss ganz ehrlich gestehen, dass sie sich meinen Respekt im Laufe der letzten Jahre redlich verdient haben. Die Mannschaft wird wie ein guter Wein von Jahr zu Jahr weiter ausgebaut und auch die Art wie Arno del Curto die Philosophie rüberbringt, gehört zum funktionierenden Gesamtbild dazu. Man spürt, dass er Lust und Spaß daran hat, täglich mit der Mannschaft zu arbeiten. Das wirkt – ob bewusst oder unbewusst – ansteckend auf die Zuschauer. Was vielleicht einige nicht mehr oder noch nicht wissen: Unter eben jenem del Curto war Harold Kreis übrigens einst in Davos als Nachwuchstrainer tätig.

    Dieser Sieg über Davos ist für den SCB also noch nicht die Rückkehr zu einer meisterlichen Form. Aber Cheftrainer Larry Huras hat vielen (noch nicht allen) seiner Stars die Arroganz der ersten Partien und den Hang zum «Tschäppät-Hockey» ausgetrieben: Diese Unsitte, ganz im Sinne der rot-grünen Stadtregierung mit möglichst geringem Energieaufwand ein Resultat zu erzielen.
    Bei dem Absatz fällt mir auf, dass ich gar nicht so viele Augenbrauen habe, wie ich gerne hochziehen würde. Es geht gar nicht um Lösungen, sondern erst mal um das Erkennen der Situation.

    Noch Steigerungspotential vorhanden
    Nach wie vor ist das SCB-Spiel nicht perfekt, nicht justiert, nicht ausbalanciert und Ryan Gardner ist nach wie vor ein Ärgernis. Aber Wucht und Wasserverdrängung und Wille sind zurückgekehrt. Es rumpelt wenigstens wieder. Deshalb gelang die Wende. Mit der gleichen Einstellung hätte der Meister die Heimspiele gegen die SCL Tigers (1:2 nach Penalties) und Biel (3:2 n.V.) bereits nach 60 Minuten haushoch gewonnen.
    Und prompt folgt das eigentlich so simple Patentrezept. Aber es ist wie schon oben erwähnt der zweite Schritt in einer Reihe von vielen auf dem Weg zum Erfolg.
    Im Absatz über die Korrektur von Fehlgriffen werde ich leicht wehmütig. Es gab eine Zeit, da fand man die richtigen Puzzleteile im richtigen Moment. Genau den verpasst man aber seit Jahren. Tremblay und McGillis waren gute Verpflichtungen. Aber sie haben die Mannschaft nicht auf ein neues Niveau gebracht, sondern eher geholfen die Fehler zu kaschieren.

    Die Angst, dass jeweils absolut instabile Mannschaftsgefüge mit jeder Handlung wie ein Kartenhaus einstürzen zu lassen beschleicht die Verantwortlichen immer wieder aufs Neue. Wie Coach Reggie Dunlop einst im Film Slapshot vermeintlich zugab, die Hansons nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Er ließ sie auf die Gegner los.
    Bei den Adlern fängt das Kontrollproblem im Wohnzimmer an und die Energie wird hauptsächlich dazu verwendet, sich wie in einer Jugendherberge über den Putz- oder Spülplan aufzuregen. Solange man da die Kontrolle nicht zurückgewinnt wird es nicht gelingen, nachträglich dringend benötigte Führungspersönlichkeiten in die Mannschaft einzubauen. Heraus kommen deshalb solche Verpflichtungen wie, del Monte, Alexandrow, Johansson oder Schneider.

    Wer in Bern so früh auf die Tribüne muss, kommt von dort fast nicht mehr herunter. Sportchef Sven Leuenberger wird uns diese Saison mit seinem Ausländer-Zirkus gut unterhalten. Je schneller er für klare Verhältnisse sorgt, desto besser für die Chemie im Team.
    Das tolle und eigentlich selbstverständliche ist, dass sie für den Erfolg keine Kompromisse eingehen. Ein guter Spieler allein reicht nicht. Er muss auch die Fans verzücken, mitreissen – ein echter Kandidat für ein zweites Trikot in einer Saison sein.

    Gruß Robert
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  23. #13
    you can call me Felix Avatar von Robert
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    Sag Du es mir .

    Gruß Robert
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  24. #14
    Hockeyfanatic Avatar von 4fritz
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    Wunderbar!

    Ich wünschte, es würde von den richtigen Personen gelesen...

  25. Folgende User bedanken sich bei 4fritz für diesen Beitrag:

    ich_bins (15-11-10)

  26. #15
    you can call me Felix Avatar von Robert
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    Timeout: Constantine: Ambris normaler Wahnsinn

    Quelle: www.20min.ch

    von Klaus Zaugg - Mit Kevin Constantine hat Ambri mehr als einen «harten Hund» als Trainer verpflichtet. Einen Theoretiker, gar einen Detail-Besessenen. Die Rückkehr zum Erfolg?

    Unser Eishockey hat schon viele «harte Hunde» an der Bande erlebt. Doch jetzt kommt Kevin Constantine (51). Im Vergleich zu diesem «Hockey-Technokraten» sind selbst Bandengeneräle wie Chris McSorley, Pierre Pagé oder Victor Tichonow charmante Kumpels. Am besten erklärt eine verbürgte Episode aus Pittsburgh die Persönlichkeit des neuen Ambri-Trainers. Der grosse Jarmoir Jagr (nur er durfte es wagen, überhaupt das Wort zu ergreifen) steht in der Kabine auf und sagt zu Constantine: «Coach, ich zahle eine Million Dollar, wenn wir heute keine Theorie haben.»

    Constantin ist selbst im Vergleich zu Perfektionisten wie Arno Del Curto, Andy Murray oder Larry Huras ein «Workoholic». Ein von seiner Arbeit besessener Mann. Seine Bewunderer sagen, er nütze seinen scharfen Verstand zu 99,9 Prozent ausschliesslich fürs Eishockey. Ein Technokrat, der das Spiel in alle Einzelteile zerlegt, wieder zusammengebaut und ins hinterste Detail ausanalysiert hat. Seine Hockey-Lehrvideos («Total Hockey») sind perfekte Lehrmittel und das Beste, was es dazu auf den nordamerikanischen Markt gibt.

    Das Problem liegt darin, dass dieser vielleicht hochkarätigste Hockey-Theoretiker, der je in die Schweiz gekommen ist, seine Detail-Besessenheit auf die Arbeit mit den Spielern überträgt: Seine Theoriestunden sind gefürchtet (wie die Episode von Jaromir Jagr zeigt) und er berücksichtigt kaum, dass Eishockey am Ende des Tages ein Spiel und nicht nur harte Arbeit ist.

    Eiskalter Umgang ein Problem?
    Im Umgang mit den Spielern wirkt er eiskalt. Seine bevorzugte Kommunikationsform ist der Befehl. Er verströmt den Charme einer Zivilschutzanlage. Ein Hockeygeneral in der extremsten Form und der erste wirkliche General in der Leventina seit Alexander Suwarow, dem russischen Generalissimus, der 1799 gegen die Franzosen vorübergehend den Gotthard erobert hatte. Constantines Persönlichkeit kann ein Problem werden. Weil heute zwischen Coaches und Spielern gerade in der Schweiz eher eine Art Partnerschaft besteht: Der Coach kann nicht einfach befehlen. Er muss auch erklären. Constantin wird einem fragenden Ambri-Star höchstens erklären, wo künftig sein Platz als Ersatzspieler auf der Tribüne ist.

    Dass Constatine jetzt in Ambri und nicht mehr in New York, Los Angeles oder Montreal arbeitet, obwohl er in San José, Pittsburgh und New Jersey zwischen 1993 und 2002 in der wichtigsten Liga der Welt durchaus erfolgreich war (377 Spiele, 161 Siege), hat mit wahrscheinlich auch mit seiner starken Persönlichkeit zu tun: Der hochintelligente Amerikaner ist eine «Einzelmaske» und vertraut auf die Kraft seiner Argumente, die Qualität seiner Arbeit und nicht auf gute Beziehungen. Jobs gibt es in der NHL aber nur, wer nebst allen fachlichen Qualitäten auch die richtigen Beziehungen hat und zu einem der vielen «Clans» gehört. Constantine verschwendet keine Zeit für Small Talk und das Knüpfen von Beziehungen. Er geht lieber wieder an die Arbeit.

    Eiszeit in Ambri als Chance zum Erfolg
    Für Ambri beginnt jetzt die Eiszeit. Der ganz normale Wahnsinn in Form von Detailarbeit und Theorienstunden - und Arbeit, Arbeit, Arbeit. Das ist fürs erste gar nicht so schlecht: Mit hundertprozentiger Sicherheit wird Ambris Spiel in den nächsten Wochen einfacher, strukturierter, defensiv stabiler werden und die Fehlerquote wird zurückgehen.

    Die ganz grosse Frage ist, ob Constantine auch die Emotionen ins Spiel bringen kann, die es im Eishockey im Allgemeinen und in Ambri im Besonderen eben auch braucht. Ein Eishockeyspieler lebt ja nicht von Theorie und Training alleine. Ein wenig Spass muss auch sein.
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  27. Die folgenden 4 User haben sich bei Robert für diesen Beitrag bedankt:

    dustus (15-11-10), Feuchter Bandit (16-11-10), Lafleur 11 (15-11-10), Winston (15-11-10)

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