Mannheimer Morgen
Düsseldorfer Traditionsverein kämpft weiter mit aller Macht gegen das drohende DEL-Aus
DEG nicht aus dem Schneider
Wie geht es bei der Düsseldorfer EG weiter? Oder muss die Frage derzeit eher lauten: Geht es in der DEL überhaupt mit der DEG weiter? So klar, wie die Aussagen über eine vermeintliche Rettung letzte Woche gewesen sind, scheint die Situation beim achtfachen deutschen Meister nicht zu sein.
Vergangenen Freitag hatte der Vorstand des Traditionsvereins zu einem Gespräch geladen. Präsident Markus Wenkemann wollte erklären, was sich am Dienstag zuvor abgespielt hatte. Demnach sollen der Aufsichtsratsvorsitzende Jochen Suhr und Manager Lance Nethery die sofortige Liquidation der DEG Eishockey GmbH gefordert haben, da es ihnen bis dato nicht gelungen war, neue Geldquellen zu erschließen. Diesem Vorschlag wollte das Präsidium nicht folgen. Es muss zu heftigen Wortgefechten gekommen sein, an deren Ende Suhr und Nethery ihren Rücktritt verkündeten (wir berichteten).
DEG gewinnt vor allem Zeit
Der DEG Eishockey e.V. konnte für den Klub Zeit zu gewinnen, um neue Investoren zu akquirieren. Dies gelang ihm durch seine absolute Stimmenmehrheit von 50,4 Prozent innerhalb der GmbH, die er mit den "Metro"-Gesellschafteranteilen (12,4 Prozent) erworben hatte. Ob es schon einige kleinere Sponsoren gibt, blieb unbeantwortet. "Wir werden uns dazu äußern, wenn wir alle Luft geholt haben", so Wenkemann.
Durch den Umsturz auf der Führungsetage besteht nun wieder bis zum 30. April Zeit, um den für ein DEL-Team benötigten Etat auf die Beine zu stellen. Nach jetzigem Stand dürfte es dabei keinen Großinvestor geben, sondern die Last auf mehrere kleine Unternehmen verteilt werden. Wenn es also mit der DEG weitergehen sollte, dann wahrscheinlich nur auf einer Low-Budget-Ebene à la Straubing oder Augsburg. Am Montag erklärte die DEG zunächst einmal, dass Lance Nethery bis zum 30. April 2012 sportlicher Leiter bleiben wird. Seinen Posten als Geschäftsführer allerdings übernimmt mit sofortiger Wirkung interimsmäßig Elmar Schmellenkamp, der in dieser Funktion auch der Vorgänger von Nethery war, dem dreifachen Mannheimer Meistertrainer der späten 90er Jahre.
Da die Zukunft der Rot-Gelben noch bei weitem nicht geklärt ist, haben einige Spieler bereits Angebote anderer Vereine vorliegen. Das gilt auch für den heiß umworbenen Angreifer Patrick Reimer, dessen Wechsel nach München zu dessen Bruder Jochen DEG-Trainer Tomlinson ins Reich der Fabel verwies: "Patrick kann den Vertrag seines Lebens unterschreiben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass München nicht in der Lage ist, dort die entsprechenden Zahlen hineinzuschreiben."
Die Branchenführer Berlin und Mannheim könnten dies allerdings. "Es ist nur verständlich, dass einige Klubs an Patrick Reimer Interesse haben", sagte Manager Teal Fowler auf Anfrage. Er dementierte nicht, dass dies auch für die Adler gelte. Am liebsten wäre es Fowler aber, wenn es in Düsseldorf mit DEL-Eishockey weiterginge: "Die DEG hat immer gezogen, Vergleiche mit diesem Traditionsverein waren sehr attraktiv."



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