Mannheimer Morgen

Adler pendeln zwischen Yin und Yang

Zwar hat Mannheim in Augsburg die dritte Niederlage in Folge kassiert. Nach den schwachen Vorstellungen gegen Nürnberg und Krefeld gab die kämpferische Leistung beim 3:4 nach Penaltyschießen gegen die Panther aber Anlass zur Hoffnung.Heute (19.05 Uhr/SAP Arena) fordern die Blau-Weiß-Roten Titelverteidiger Eisbären Berlin heraus.


Von Christian Rotter

Das Duell des Tabellenzweiten gegen den Spitzenreiter ist ein echtes Gipfeltreffen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

Schwarz und weiß. Negativ und positiv. Yin und Yang. Nach der 3:4-Niederlage nach Penaltyschießen bei den heimstarken Augsburger Panthern lag bei den Mannheimer Adlern die Gefühlslage irgendwo dazwischen. Einerseits verpasste es die Mannschaft von Trainer Harold Kreis, die Ausrutscher der Eisbären Berlin (2:6 bei Ex-Schlusslicht Nürnberg) sowie des ERC Ingolstadt (2:6 bei den Straubing Tigers) konsequent auszunutzen. Andererseits nahmen die im Vergleich zum Null-Punkte-Wochenende gegen Nürnberg (1:4) und Krefeld (1:3) stark verbesserten Blau-Weiß-Roten immerhin einen Punkt mit.

"Wir haben Charakter gezeigt und sind nach dem 2:3-Rückstand noch einmal zurückgekommen", sagte Kreis, der mit dem Auftritt seines Teams zufrieden sein durfte - nicht jedoch mit dem Powerplay. Gerade im zweiten Drittel besaßen die Gäste die Chance, in Überzahl die Partie in für sie günstige Bahnen zu lenken - ohne Erfolg. Wenn man den Adlern etwas vorwerfen konnte, war das auch in anderen Szenen die mangelnde Zielstrebigkeit. Sie vergaßen es, nach zweimaliger Führung (1:0 durch Ken Magowan nach 17 Sekunden, 2:1 durch Mike Glumac/29.) nachzulegen. Stattdessen kassierten sie nicht nur jeweils den Ausgleich (Valery-Trabucco/20., Bassen/31.), sondern gerieten auch noch in Rückstand (Roloff/35.). Doch mit einem Willensakt schickte der bärenstarke Magowan, der nicht nur einen Doppelpack schnürte, sondern auch den zweiten Treffer mit vorbereitete, die Partie mit dem 3:3 in die Verlängerung (54.).

Eine positive Erkenntnis war, dass der neuformierte erste Sturm mit Magowan, Adam Mitchell und Glumac gut harmonierte. Immer, wenn das Trio auf dem Eis war, brannte es in der Panther-Defensive lichterloh. Das sah auch Augsburgs Trainer so. "Erst nachdem ich die Roloff-Reihe gegen den Mannheimer Paradeblock gestellt habe, haben wir sie einigermaßen in den Griff bekommen", sagte Larry Mitchell, der erleichtert war, dass Chad Bassen im Penaltyschießen immerhin den Zusatzzähler sicherte - es war der erste erfolgreiche Shoot-out im sechsten Versuch.

Trotz des verpassten Sieges, mit dem die Adler die Chance gewahrt hätten, mit einem weiteren Erfolg im Spitzenspiel gegen die Eisbären Berlin (heute, 19.05 Uhr/SAP Arena) am Tabellenführer vorbeizuziehen, ist Felix Brückmann derzeit gut gelaunt. Der Torhüter verlängerte seinen Vertrag in Mannheim in der vergangenen Woche bis 2014 - genau wie die Abwehrspieler Denis Reul und Niki Goc. "Ich bin froh, dass alles so fix über die Bühne gegangen ist", betonte Brückmann, der von einer einfachen Entscheidung sprach: "Die Adler waren mein erster Ansprechpartner. Ich bin stolz, weiter für Mannheim spielen zu dürfen. Hier will ich den nächsten Schritt in meiner Entwicklung machen."

Damit Brückmanns Glück vollkommen ist, müsste nur noch sein Mentor Freddy Brathwaite über die laufende Saison hinaus bleiben. Der 39-Jährige hatte zuletzt deutlich gemacht, dass er an seine erfolgreiche Karriere gern noch ein Jährchen dranhängen würde - und zwar bei den Adlern. "Das wäre für mich ein Traum", sagte Brückmann. "Ich habe aber keine Ahnung, wie die Chancen stehen, das entzieht sich ja auch meinem Einfluss."

Der 21-jährige Senkrechtstarter, der zu Saisonbeginn einen Startsieg-Rekord in der DEL aufgestellt hatte, sagt dies, obwohl er momentan Brathwaite den Vortritt lassen muss. Sein letzter Einsatz datiert vom 6. November. Eine in der Zwischenzeit ausgeheilte Oberkörperverletzung sowie eine hartnäckige Erkältung warfen ihn ein wenig zurück. "Jetzt bin ich aber wieder topfit und empfehle mich im Training. Ich will bereit sein, wenn der Ruf kommt", erklärte der gebürtige Breisacher und betonte: "Freddy ist die Nummer eins. Ich warte geduldig auf meine Chance und lasse mich nicht verrückt machen."

Während Teal Fowler noch die neuen Spielerverträge in trockene Tücher brachte, war der Manager schon wieder anderweitig unterwegs. Mit Sportdirektor Marcus Kuhl, Geschäftsführer Matthias Binder und Gesellschafter Daniel Hopp stattete er dem NHL-Kooperationspartner Toronto Maple Leafs einen Besuch ab. Mit am Tisch saßen auch Vertreter der ZSC Lions aus Zürich, der neue dritte Partner bei der Zusammenarbeit. Beim Brainstorming wurden Themen wie Scoutingmaßnahmen, Nachwuchsprojekte und die Erweiterung des Prospekt Camps besprochen. "Wir setzen uns die Aufgabe, an der Spitze zu bleiben. Da kann es nur hilfreich sein, von den Besten zu lernen", verdeutlichte Fowler.