Mannheimer Morgen
Eishockey: Daniel Hopp begrüßt Pläne des Nürnberger Hauptsponsors Thomas Sabo
Ice Tigers gegen Adler unter freiem Himmel?
Von unserem Redaktionsmitglied Christian Rotter
Mannheim/Nürnberg. Daniel Hopp war gleich Feuer und Flamme. "Das ist eine Super-Sache, logisch wären wir gerne dabei", kommentierte der Gesellschafter der Mannheimer Adler euphorisch eine Meldung der "Nürnberger Nachrichten". Das Blatt hatte in seiner gestrigen Ausgabe über Pläne des Hauptsponsors der Ice Tigers aus Nürnberg berichtet. Thomas Sabo, Chef der gleichnamigen Modeschmuckfirma und leidenschaftlicher Eishockey-Fan, stellte sein neuestes Projekt vor, das es so in Deutschland bislang noch nicht gegeben hat.
Voraussichtlich am 5. Januar 2013 will Sabo ein DEL-Spiel seiner Ice Tigers im benachbarten Frankenstadion über die Bühne gehen lassen. Als Gegner des Freiluft-Spektakels sind neben Meister Eisbären Berlin, den Augsburger Panthern, dem ERC Ingolstadt und dem EHC München auch die Adler im Gespräch.
"Das wird eine große Geschichte fürs deutsche Eishockey", schwärmte Sabo schon mal vorab. Beim Umzug in den 48 553 Zuschauer fassenden fränkischen Fußball-Tempel handele es sich nicht um ein Hirngespinst, betonte Sabo. "Das ist kein Wischi-Waschi, dahinter steckt eine seriöse Planung. Seit wir ernsthaft darüber reden, stoßen wir auf einen Widerhall, der selbst mich überrascht hat", sagte er.
In Deutschland würde der starke Mann im Nürnberger Eishockey, der den Ice Tigers seinen Namen gegeben hat, eine Premiere veranstalten. Sabo greift damit aber nur eine Idee auf, die seit einigen Jahren in Nordamerika erfolgreich umgesetzt wird: Seit 2008 trägt die NHL zu Beginn eines Jahres ein besonderes Spiel in einem außergewöhnlichen Stadion aus. Bei der fünften Auflage des Winter Classic am 2. Januar 2012 besiegten die New York Rangers die Philadelphia Flyers vor 46 967 Fans im Citizens Bank Park von Philadelphia mit 3:2.
Auch Daniel Hopp hat ähnliche Pläne in der Schublade, ein Umzug ins Fußball-Stadion der TSG Hoffenheim scheiterte bislang hauptsächlich an einem Punkt. "Man müsste für ein solches Event den Rasen entfernen. Zwischen einem meist für Mitte/Ende Dezember angesetzten DFB-Pokalspiel und dem Beginn der Rückrunde liegt zu wenig Zeit. Wenn der neue Rasen nicht schnell genug anwächst, gefährden wir den Bundesliga-Spielbetrieb - dieses Risiko war uns zu groß", erklärte Hopp.
Hopp drückt die Daumen
Daher wird der 31-Jährige interessiert verfolgen, wie Thomas Sabo die Pläne vorantreibt und realisieren will. "Ich drücke ihm die Daumen. Alles, was unseren Sport weiter- und in die Öffentlichkeit bringt, hat es verdient, unterstützt zu werden."
Sabo selbst ist vom Erfolg seines Projekts überzeugt. Da es sich beim 5. Januar 2013 um keinen regulären DEL-Spieltag handelt, könnten auch Fans anderer Vereine ins Frankenstadion kommen. "Wer mich kennt, weiß, dass es nur ein Ziel gibt", sagte der Geschäftsmann den "Nürnberger Nachrichten". Und das heißt: ausverkauft - selbst wenn beim Eishockey-Spektakel wegen der im Vergleich zum Fußball kleineren Spielfläche die Kapazität wohl bei mehr als 50 000 Zuschauern liegen würde.





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