Mannheimer Morgen

Mannheim steht nach der 3:4-Niederlage in Köln vor dem Heimspiel-Wochenende gegen Straubing und Nürnberg unter Druck

Müde Adler warten auf die zweite Luft

Nur ein einziger Sieg aus den vergangenen sechs Spielen. Nur vier von 18 möglichen Punkten. Die Mannheimer Adler befinden sich seit dem 6. Januar im Sinkflug und müssen nun die fünf Zähler Vorsprung auf die Straubing Tigers mehr im Blick haben als die sechs Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Eisbären Berlin. Denn statt der schon sicher geglaubten guten Ausgangslage für die Play-offs droht jetzt plötzlich der Verlust des Heimrechts im Viertelfinale. "Wir müssen wieder Spiele gewinnen, und die beiden kommenden Partien gegen Straubing und Nürnberg werden sicher nicht leichter als die in Köln", sagte Trainer Harold Kreis.

Der 53-Jährige nutzte die Pressekonferenz nach dem 3:4 bei den Kölner Haien dann auch zu einer eindringlichen Warnung. "Wir haben bisher 18 Mal drei Punkte geholt, aber Köln nun auch schon 15 Mal. Das ist nach 39 Spielen keine große Differenz. Wir sind sicher gut, aber wir sind nicht übergroß. Wenn die Spieler nicht stets 100 Prozent geben, dann laufen sie in dieser engen Liga immer Gefahr, am Ende den Kürzeren zu ziehen", sagte Kreis.

So wie am Dienstagabend in der Kölnarena, wo eigentlich nie der Eindruck entstand, dass der Sieger Mannheim heißen könnte. Selbst als Torhüter Freddy Brathwaite sein Team im Spiel hielt und das Momentum nach dem schmeichelhaften Ausgleich zum 3:3 eigentlich aufseiten der Adler lag, zeigte sich der Gegner entschlossener, was im bissigen Nachsetzen von Greg Claaßen mit dem Siegtor belohnt wurde. "Das war enttäuschend. Jeder Punkt ist ein ganz wichtiger, aber heute waren wir einfach nicht gut genug. Auch ich hätte beim ersten und dritten Gegentreffer meine Sache besser machen können", sagte Brathwaite. Einer der wenigen Lichtblicke war der Auftritt von Stürmer Yanick Lehoux, der mit seinem Doppelpack (16./38.) sein Trefferkonto auf 15 Einschüsse verbesserte.

Brathwaite weiß natürlich um die Bedeutung der nächsten Partie am Freitag (19.30 Uhr/SAP Arena). "Straubing spielt eine gute Saison und kann dicht an uns heranrücken. Wir müssen weniger Strafzeiten kassieren, denn die bringen uns aus dem Rhythmus." Brathwaite hat aber noch einen Punkt ausgemacht, warum es bei den Adlern derzeit unrund läuft. "Wir alle warten auf die Pause im Februar, um Luft zu schnappen. Danach können wir gestärkt in die entscheidende Saisonphase gehen", sagte der 39-Jährige.

Belle patzt beim 3:4

Ein Erklärungsansatz, der nicht unbegründet scheint. Müdigkeit führt zu Unkonzentriertheiten, Fehlern und Strafzeiten. In Köln gab es sogar zwei Minuten, weil ein Bully verzögert wurde. Später dann patzte Shawn Belle vor dem entscheidenden Gegentreffer. "Ja, da ist er zu halbherzig gewesen, aber so ein Fehler kann durchaus mal passieren. Nein, wir haben einfach zu viele andere Kleinigkeiten nicht konsequent genug ausgeführt. Wenn zum Beispiel Freddy hält, dann darf der Gegner nicht derart frei zu Nachschüssen kommen", sagte Trainer Harold Kreis. Sonst wird der Sinkflug der Adler bald zum Sturzflug.