Adler Mannheim

Yanick Lehoux: Das waren „big points“ für uns

01. Februar 2012

Yanick Lehoux ist momentan richtig gut drauf. Der 29-Jährige traf alleine in den letzten fünf Spielen fünf Mal und bereitete vier weitere Treffer vor. Und auch am letzten Wochenende war er maßgeblich an den beiden Siegen gegen Straubing und Nürnberg beteiligt. Deshalb haben wir uns nach dem Training mit dem Kanadier getroffen und mit ihm über seine starke Form, die letzten Spiele und kommende Aufgaben unterhalten.

Yanick, herzlichen Glückwunsch! Du wurdest von der EISHOCKEY NEWS zum “Spieler der Woche” gekürt.

Oh, wirklich? Das höre ich gerade zum ersten Mal. Aber das freut mich natürlich sehr und ist eine coole Sache.

Diese Auszeichnung hast Du Dir aber auch redlich verdient: Zwei starke Spiele, ein Tor und drei Vorlagen am letzten Wochenende – das kann sich sehen lassen.

Ja, das Wochenende lief wirklich gut für mich. Natürlich hätte ich gerne noch mehr Tore gemacht, aber welcher Stürmer will das nicht? Viel wichtiger war aber, dass wir als Team zwei Heimsiege geholt haben und so an der Spitze dran geblieben sind. Das waren „big points“ für uns und wir sollten versuchen bis zum Ende der Vorrunde noch einige Punkte zu holen.

Trotzdem muss man Deine Leistung in den letzten Wochen nochmals würdigen. In den letzten fünf Spielen hast Du fünf Tore und vier Assists erzielt. Wie erklärst Du Dir Deine starke Form?

Da gibt es einige Gründe. Ich fühle mich hier in Mannheim inzwischen richtig wohl, das Team ist super und es macht jeden Tag Spaß mit den Jungs aufs Eis zu gehen, egal ob es nur ein Training ist oder wir ein Match haben. Im Spiel lebt man hauptsächlich von seinen Mitspielern. Ich spiele mit Ronny Arendt und Frank Mauer in einer Reihe und bei uns passt es einfach. Zudem bekomme ich im Moment natürlich viel Eiszeit und da steigt das Selbstbewusstsein. Denn wenn man sich gut fühlt, dann klappt auch einfach mehr. Dann gehen auch mal Pucks ins Tor, die ein paar Wochen vorher noch an den Pfosten oder vorbeigegangen sind.

Du hast Deine Reihe mit Ronny Arendt und Frank Mauer angesprochen. Ihr habt stark gespielt und es scheint wirklich zu passen.

Ja, in der Tat. Ronny und Frank spielen sehr stark, erarbeiten viele Chancen und so bin ich oft einfach der Nutznießer und mache die Treffer. Insgesamt versuchen wir drei unsere Geschwindigkeit zu nutzen und das Spiel einfach zu gestalten. Wir schaffen uns viele Freiräume und versuchen dann diese durch unsere Fähigkeiten zu nutzen. Das klappt momentan sehr gut. Ich hoffe, dass das so bleibt.

Wie schätzt Du die Leistung der Adler in den letzten Wochen insgesamt ein?

Wir haben zwar hier und da nicht unser bestes Eishockey gezeigt oder auch mal mehrere Spiele hintereinander verloren, aber das passiert anderen Teams in dieser Liga auch. Ich glaube an dieses Team und weiß, dass wir sehr viel Potential haben. Wir können jede Mannschaft schlagen und haben schon viele starke Matches gezeigt. Das stimmt mich sehr positiv, gerade auch im Hinblick auf die Playoffs.

Deshalb wirst Du auch mit den fünf Punkten gegen Straubing und Nürnberg zufrieden sein, oder?

Natürlich. Man darf nicht vergessen: Straubing spielt eine sehr starke Saison und hat eine individuell sehr gut besetzte Mannschaft. Wir haben am Freitag gesehen, wie gut sie auch nach Rückständen zurückkommen können. Und auch die Ice Tigers haben im Moment einen Lauf. Ende November waren sie noch abgeschlagener Letzter, haben in den letzten Wochen einige wichtige Siege geholt. Deshalb bin ich schon froh, dass wir die beiden Spiele gewonnen haben, auch wenn wir sicherlich gerne noch den einen Punkt mehr geholt hätten.

Auch für Goalie Felix Brückmann war dieses Wochenende aufregend. Er musste im Straubingspiel für Fred Brathwaite einspringen, der sich verletzt hatte. Wie hat er sich aus Deiner Sicht geschlagen?

Sehr gut. Er ist ein klasse Torhüter und wir haben als Team ein riesiges Vertrauen in ihn. Er hat riesig gehalten und teilweise wahnsinnige Paraden gezeigt. Obwohl er noch sehr jung ist und längere Zeit nicht gespielt hat, war er sofort da und einhundert Prozent im Spiel. So auch in der Partie gegen Nürnberg, als er uns zeitweise im Match gehalten hat. Sowieso sind unsere beiden Goalies in einer unglaublichen Form, strahlen Ruhe aus, spielen abgeklärt und zeigen starke Saves. Das ist ein absolutes Plus. Ich bin froh, dass Freddy keine größere Verletzung hat und bald wieder fit ist.

Vor der Länderspielpause gibt es am Freitag noch ein ganz wichtiges Auswärtsmatch in Iserlohn. Was wird die Adler dort erwarten?

Wir haben in dieser Saison beide Spiele gegen die Roosters verloren. Das sagt viel darüber aus, wie schwer dieses Spiel sein wird. Gerade in eigener Halle ist Iserlohn sehr stark und es herrscht eine aufgeheizte Atmosphäre. Das haben wir bei der 4:7-Niederlage dort schon erlebt. Es wird auch dadurch nicht leichter, das die Roosters noch um die Pre-Playoffs kämpfen und die Punkte dringend brauchen. Wir müssen alles geben, um ein erfolgreiches Spiel in Iserlohn bestreiten zu können.

Wie schätzt Du den Zeitpunkt der kommenden Länderspielpause ein?

Ehrlich gesagt sollte uns diese Pause nicht groß beeinflussen. Alle Teams haben danach die gleichen Voraussetzungen und sind bereit für den Vorrundenendspurt. Das Positive an einer Pause ist immer, dass man etwas Zeit für die Familie hat, den Kopf etwas frei bekommt und dann den Fokus auf die letzten Spiele richten kann. Das werden wir tun und hoffentlich erfolgreich aus der Pause starten.

Nach der Pause sind es noch zehn wichtige Spiele bis zu den Playoffs.

Ja, das geht jetzt sehr schnell. In diesen noch ausstehenden Spielen müssen wir unser Spiel zeigen und unsere Qualitäten ausspielen. Wir wollen so weit wie möglich oben in der Tabelle stehen und den Teams zeigen, dass wir nur schwer zu schlagen sind.