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Thema: Presse vom 03.02.2012

  1. #1
    Registrierter Benutzer Avatar von Frank #80
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    Presse vom 03.02.2012

    Die Rheinpfalz schreibt:

    Der „Vampir” mag die Kälte nicht

    Porträt: Chris Lee, der eigentlich wie der berühmte Dracula-Darsteller Christopher Lee heißt, ist als Verteidiger der offensivstärkste Spieler der Adler Mannheim. Das ist im Eishockey nicht immer ein gutes Zeichen, doch in seinem Fall spiegelt es einfach nur die große Qualität des Kanadiers wider.

    Von Oliver Wehner

    Mannheim. Zweistellige Minusgrade in der Nacht, Dauerfrost am Tag - da muss sich ein Exil-Kanadier in der Fremde doch so richtig wohl fühlen, oder? Chris Lee winkt ab. „Nein”, entgegnet er, „ich mag die Kälte nicht.” Dabei ist das Wetter in seiner Heimat derzeit in etwa vergleichbar mit den Bedingungen in Mannheim: Minus vier Grad Celsius in MacTier/Ontario, das ist unweit der Georgian Bay und der Seen von Muskoka, „gut zwei Stunden nördlich von Toronto”, erklärt Lee. Er ist für viele Beobachter bisher der beste und konstanteste Adler. Nicht nur statistisch gesehen.

    Wenn ein Verteidiger Topscorer einer Eishockey-Mannschaft ist, also zusammengerechnet die meisten Tore und Assists besorgte, dann ist das nicht immer ein gutes Zeichen. So wie vergangene Saison bei den Adlern, als Mario Scalzo diese Liste anführte - auch deshalb, weil die Stürmer in ihrer Kernaufgabe zu unproduktiv waren. Jetzt, da Chris Lee mit elf Toren und 27 Vorlagen vorne liegt, beunruhigt das niemanden. „Unsere Stürmer machen ihren Job”, betont Trainer Harold Kreis, wohlwissend, dass sein spielintelligenter Offensivverteidiger bisher eine überragende Saison abliefert. Er ist weit vor einem Star wie Richie Regehr (Eisbären Berlin) der punktbeste Defender der gesamten Deutschen Eishockey-Liga. Und das, ohne seine Defensivaufgaben zu vernachlässigen - wozu sein Vorgänger Scalzo mitunter neigte.

    Das alles freut die Adler - und es besorgt sie dann doch. Denn natürlich erweckt ein solcher Spieler das Interesse zahlungskräftiger Konkurrenz aus Russland und der Schweiz. „Nichts Neues”, beschied Lee gestern auf die jüngst obligatorische Frage nach seiner Zukunft. Als er im Sommer aus Köln kam, hatte er einen Ein-Jahres-Vertrag in Mannheim unterschrieben. „Für mich als Profi ist dieses kurzfristige Denken völlig normal”, erklärt Lee, der in der Saison 2006/2007 in Nordamerika sogar für vier (!) verschiedene Teams spielte. Er lässt sich also nicht verrückt machen, freut sich eher auf den Punktrunden-Endspurt inklusive der kleinen Länderspielpause. „Solch eine Auszeit ist immer willkommen”, sagt der 31-Jährige, „sie macht den Kopf frei, gibt mehr Zeit für die Familie.”

    Apropos Familie. Sein vollständiger Name lautet Christopher Lee. Doch an den britischen Schauspieler, der stilprägend wie kein anderer vor und nach ihm dem Vampir Dracula ein schauriges Gesicht gab, dachten Chris Lees Eltern damals nicht, als sie ihr Baby so nannten. Denn: „In Nordamerika ist er kaum bekannt.” Angst und Schrecken verbreitet der ansonsten nette Chris(topher) Lee auf dem Eis aber trotzdem - am liebsten in Überzahl, von der blauen Linie ...


    Zur Sache: Die Pause lockt
    Verlockende Aussichten: Noch ein Spiel vor der einwöchigen Länderspielpause, heute (19.30 Uhr) im allerdings bitterkalten Sauerland bei den Iserlohn Roosters - und dann winken den Eishockey-Profis der Adler Mannheim fünf freie Tage am Stück. Jedenfalls fast allen: Denn Trainer Harold Kreis reist am Dienstag mit der Nationalmannschaft inklusive seines Verteidigers Nikolai Goc am Dienstag nach Minsk zum Belarus-Cup, wo er Bundestrainer Jakob Kölliker hinter der Bande assistieren wird. „Ein Tapetenwechsel, der auch mal erfrischend ist”, findet Kreis. Was durchaus doppeldeutig zu verstehen ist: In Minsk war's gestern minus 22 Grad Celsius „frisch”.

    In Iserlohn kehrt Freddy Brathwaite heute ins Tor zurück, die Knöchelprellung behindert ihn nicht mehr. Die neuen Sturmreihen harmonieren recht ordentlich, vor allem Yanick Lehoux (fünf Tore und vier Assists in den vergangenen fünf Spielen) blüht auf. „Durch seine Position als Mittelstürmer hat er etwas mehr Eiszeit. Er spielt seine Rolle sehr pflichtbewusst, und jetzt wird auch sein offensives Talent herausgehoben”, lobt Kreis den im Saisonverlauf nicht immer so effektiven Kanadier. Zwei fatale Wechselfehler, die zu Gegentoren führten, produzierte am vergangenen Wochenende die junge vierte Sturmreihe - der Lerneffekt dürfte aber gegeben sein ... (olw)
    Geändert von Frank #80 (03-02-12 um 05:58 Uhr)
    Besessenheit ist der Motor - Verbissenheit ist die Bremse.
    Zitat Rudolf Nurejew

  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von Ilpo#2
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    Man hätte Felix jetzt auch noch das Spiel machen lassen können....

  3. Die folgenden 4 User haben sich bei Ilpo#2 für diesen Beitrag bedankt:

    GoodbyeFP (03-02-12), ich_bins (03-02-12), Langer_JK (03-02-12), waYne (03-02-12)

  4. #3
    Headcoach & Racine-Fan Avatar von canadien
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    Ja, wem sagst Du das. St. Harold weiss es halt besser.
    Lafleur 10

    Battle of Quebec, Canadiens vs Nordiques 'Good Friday brawl'
    http://www.youtube.com/watch?v=veX55rLYAgQ&feature=fvw

  5. #4
    bricht ice Avatar von icebrecher
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    Lampertheimer Zeitung

    Auf die Routiniers ist Verlass

    ADLER Lehoux und Lee als Punktegaranten / Youngster mit Fluchtreflexen / In Iserlohn letzte Aufgabe vor der Pause

    Zwar absolviert die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) an diesem Wochenende noch einen kompletten Doppelspieltag, für die Adler steht aber vor der Länderspielpause bis 14. Februar nur noch eine Partie an. Diese führt den Mannheimer Klub am heutigen Abend nach Iserlohn an den Seilersee, wo es von Natur aus unangenehm zu spielen ist. In der Iserlohner Eishalle wird eine veritable Kälte herrschen, während die Fans der Roosters dem Gast traditionell lautstark einheizen. Eine reizvolle Aufgabe für die Nordbadener, denn weiterhin geht es darum, Punkte zu sammeln, um den Verbleib unter den Top-Vier der DEL sicherzustellen.

    Hierfür haben die Adler am letzten Wochenende ihre Hausaufgaben erledigt. In den beiden Heimspielen gegen die Straubing Tigers (4:3 n.V.) und die Nürnberg Ice Tigers (3:2) erkämpften sich die Hausherren insgesamt fünf von sechs möglichen Punkten - nach dem mäßigen Start ins neue Jahr waren dies durchaus wichtige Zähler. Das sieht auch Stürmer Yanick Lehoux so, der von „Big Points für uns“ spricht.

    Das Tabellenbild stellt sich somit wie folgt dar: Die Berliner Eisbären führen das Tableau mit 79 Zählern an. Dahinter kämpfen der ERC Ingolstadt mit 76 und die Adler mit 75 Punkten um die erste Verfolger-Position, die strategisch nicht ganz unbedeutend ist, würde sie doch in einem möglichen Play-off-Halbfinale das Heimrecht garantieren. Vier Punkte hinter den Adlern lauern die Grizzly Adams Wolfsburg als Vierter. Dahinter klafft eine Fünf-Punkte-Lücke auf den Fünften, das Überraschungsteam aus Straubing.

    Den Neustart nach der Länderspielpause, in der Mannheims Headcoach Harold Kreis als Assistent von Bundestrainer Jakob Kölliker mit der Nationalmannschaft zum BelSwiss-Cup ins minus 20 Grad kalte Minsk reist (als einziger Mannheimer Spieler ist Niki Goc nominiert), bestreiten die Adler dann am Valentinstag (Dienstag, 14. Februar) beim EHC München. Es ist dies gleichzeitig der Auftakt in die heiße Phase der Vorrunde, die bis einschließlich 11. März noch zehn Partien bereithält. Ziel für die Adler ist bis dahin wohl nicht mehr, überhaupt in den Play-offs dabei zu sein, sondern sich vielmehr eine verheißungsvolle Ausgangsposition zu schaffen - beispielsweise Tabellenplatz zwei, zumindest aber drei oder vier (Heimrecht im Viertelfinale). Das bedeutet aber: Die Adler müssen in den verbleibenden Saisonspielen ordentlich punkten. Beginnen wollen sie damit heute Abend in Iserlohn, wobei Headcoach Kreis sagt: „Momentan sind alle Partien sehr intensiv. Alle Mannschaften kämpfen verbissen um jeden einzelnen Punkt.“ Man merkt also, dass die Saison auf die Zielgerade einbiegt.

    Einer, der bei den Adlern bereits Play-off-Form aufweist, ist Yanick Lehoux. In den letzten fünf Partien hat der Kanadier fünf Tore und vier Assists verbucht - eine bemerkenswerte Ausbeute. Harold Kreis ist mit seinem gestandenen Stürmer deshalb auch sehr zufrieden, zumal dieser mit Frank Mauer und Ronny Arendt an seiner Seite optimal harmoniert. „Sie passen auch menschlich sehr gut zusammen. Sie reden viel miteinander, was sie auf dem Eis kreieren können.“ Doch nicht nur der Sturm ist bei den Adlern torgefährlich, auch aus der Abwehr wird in Person von Chris Lee fleißig gepunktet. Der mit 31 Jahren ebenfalls zu den Routiniers zählende Verteidiger führt mit aktuell 38 Punkten (11 Tore, 27 Vorlagen) sogar die vereinsinterne Scorer-Statistik an. „Wenn ein Verteidiger darin vorne liegt, frage ich mich immer, auf wessen Kosten das geht. Bei Chris muss ich aber sagen: Es geht auf niemands Kosten. Obwohl Chris offensiv so viele Punkte sammelt, macht er hinten seinen Job.“

    Lehrgeld hat derweil am letzten Wochenende die junge Reihe der Adler gezahlt: Sowohl im Spiel gegen Straubing wie auch gegen Nürnberg versemmelten der neu lizenzierte Richard Gelke, Matthias Plachta und Marc El-Sayed je einen Wechsel, aus dem zwei Gegentreffer entstanden. „Das ist der Lerneffekt. Sie müssen auch mal gegen die erste Reihe des Gegners bestehen und nicht sofort fluchtartig das Eis verlassen“, nimmt es Kreis gleichmütig und mit Humor hin, dass seine jungen Leute auch Fehler machen. Vielleicht aber auch nur solange, wie das Team als Sieger vom Eis geht.

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